Jülich: Kartbahn: Titz legt Vereinbarung auf Eis

Jülich: Kartbahn: Titz legt Vereinbarung auf Eis

Was lässt die Bezirksregierung Köln plötzlich zu der Einschätzung kommen, die tagebaubedingt umzusiedelnde Kartbahn Manheim könne jetzt nur im Rahmen eines aufwendigen Verfahrens einen neuen Standort bekommen? In Rede steht laut RP nun eine Regionalplanänderung, die notwendig sein soll.

Zuvor waren alle Beteiligten — allen voran die Gemeinde Niederzier — von einer wesentlich einfacheren Flächennutzungsplanänderung ausgegangen. Ein „Umdenken“, wie in unserer Ausgabe am Donnerstag berichtet, hat es laut einer Sprecherin der Bezirksregierung nicht gegeben. Im Titzer Rathaus gab es am Dienstag aber Zweifel an dieser Darstellung.

In der Sache hatte es ein Telefonat zwischen einem Mitarbeiter von RWE Power und Bürgermeister Jürgen Frantzen gegeben. Titz ist betroffen, weil es unmittelbar an den Kartbahn-Standort angrenzt. „Ich wurde informiert, dass die Bezirksregierung nunmehr doch, im Gegensatz zu einer im Frühjahr 2013 vorgenommenen Einschätzung, für die Ansiedlung der Kartbahn im Bereich der Sophienhöhe, die Notwendigkeit eines landesplanerischen Verfahrens sieht“, unterrichtete Frantzen aktuell die Mitglieder des Ausschusses für Bauen, Planen und Umwelt.

RWE Power und die Gemeinde Niederzier, auf deren Gebiet der neue Standort der Kartbahn liegen sollte, waren bisher davon ausgegangen, dass eine Umsiedlung ohne ein solches Planänderungsverfahren über die Bühne gehen könnte — beiden soll dies in Vorgesprächen so von der Bezirksregierung mitgeteilt worden sein. Der „Umdenkungsprozess“ soll sich nun aus der „Raumbedeutsamkeit“ der Fläche von mehr als zehn Hektar ergeben, wie Frantzen das Telefonat wiedergab.

Dem müsse dann auch im neuen Landesentwicklungsplan Rechnung getragen werden, der verlangt, großräumige Freizeitanlagen in Nachbarschaft zum allgemeinen Siedlungsbereich oder zu Gewerbe/Industrie anzusiedeln — bei möglichen Ausnahmen.

Frantzen: „Den Informationen ist zu entnehmen, dass die Bezirksregierung Köln in den Zielen des in Aufstellung befindlichen Landesentwicklungsplans einen Anlass erkennt, die bisher durchgeführten Planungen anzuhalten und zu überprüfen.“ So soll schon in Kürze ein Treffen zwischen RWE und Bezirksregierung stattfinden.

Durch die neue Entwicklung sehen Rat und Verwaltung in Titz keine Notwendigkeit mehr, sich weiterhin mit einer Konsensvereinbarung zu beschäftigen.

(hfs.)