Jülich: Jungbläser aus NRW glänzen an der Rur

Jülich: Jungbläser aus NRW glänzen an der Rur

Ein erstklassiges Gastspiel gab die Junge Bläser-Philharmonie NRW auf ihrer Sommertournee durch Deutschland und die Niederlande in der Konzertmuschel im Brückenkopf-Park — bei sengender Hitze. „Ich finde so ein kleines Heimspiel immer ganz schön“, freute sich Referentin Felizitas Blome aus Linnich, die sich unter ihrem Mädchennamen Meures als Musikerin bereits einen Namen gemacht hat.

Die 64 jungen Auswahlmusiker der Bläser-Philharmonie von 14 bis 25 Jahren aus ganz NRW hatten sich durch Spitzenleistungen ausgezeichnet, viele von ihnen sind Preisträger des Landeswettbewerbs „Jugend musiziert“.

Zum Konzert spielten auf: Flöten, Klarinetten, Saxophone, Fagotte, Hörner, Trompeten, Posaunen, Oboen, Euphonium, Tuben, Pauke, Schlagwerk, Kontrabass, Piano und sogar Harfe und Marimba harmonierten unter dem Dirigat von Harry Vorselen hervorragend.

Vier größere Werke kamen zur Aufführung: Das Orchester startete mit der Large Suite „Valencia Widow“ von Aram Khachaturian in sechs Sätzen in einer Bearbeitung von Erik Somers. Bunt und hell beginnt die von spanischen Klängen angehauchte Suite. Schnell geht sie in ein lyrisches Thema über, bevor die Musiker zur Eröffnungsmusik zurückfinden. Die Serenade im zweiten Satz ist in einem tänzerischen Modus gehalten. Der Song im vierten Satz eröffnet mit einem musikalischen „Zir kus-Galopp“.

Die humoreske Thematik wird hier und da von leiser Mystik unterbrochen. Das Intermezzo im fünften Satz ist ein schneller, farbenfroher Tanz mit unerwartet softem Ausklang in D-Dur. Auch der sechste Satz ist ein Tanz. In der Aufführung des folgenden „Concerto for Marimba“ von Satoshi Yagisawa glänzte Markus Knoben, Student an der Hochschule für Musik und Tanz in Aachen, als Marimba-Solist.

Im ersten Satz finden sich barocke Elemente und klassisch sinfonische Stile wieder. Mit einem Hauch von Anmut ist der zweite Satz chorähnlich gehalten, der dritte ist rasanter und endet aufregend. Weil alle drei Sätze wie ein einziger durchgespielt werden, bleibt das Stück lebendig, das Publikum aufmerksam. Die Marimba kommt aus der Familie der Xylophone, verfügt aber über Holzklangstäbe, die in chromatisch gestimmten Reihen angeordnet sind.

Bestens gefiel die anschließende „Filmmusik“ mit einzigartigen Melodienparts von Nino Rota in einer Bearbeitung von Marcel Peeters. Seine beste Filmmusik schrieb Rota für Francis Ford Coppolas „Der Pate“.

Letztes großes Werk waren die schönsten Songs aus dem Film „The Wizz“, eine Bearbeitung des Musicals „Der Zauberer von Oz“ von Quincy Jones. Peter Kleine Schaars hatte daraus ein wunderschönes zusammengehörendes Medley für sinfonische Blasorchester gemacht. Darin sind unter anderem die Lieder „The feeling that we have“, „He‘s the Wizzard“ oder „Soon as I get home“ enthalten.

Das Publikum, das bei Temperaturen über 30 Grad den Konzertbesuch etwa dem des Schwimmbads vorgezogen hatte, war begeistert von der Leistung der nordrhein-westfälischen Jungbläser und spendete anhaltenden, weil verdienten Applaus.

(ptj)