Jülich: Jugendliche brauchen besonderen Schutz

Jülich: Jugendliche brauchen besonderen Schutz

„Jugendliche Flüchtlinge zwischen Integration und Ausgrenzung” lautet der Titel der Broschüre, die das Diakonische Werk des Kirchenkreises Jülich jetzt herausgebracht hat. Sie enthält sechs äußerst gelungene Integrationsbeispiele junger Afrikaner um die 20, die vor mehreren Jahren als unbegleitete Jugendliche nach Deutschland flüchteten.

Mit Hilfe engagierter haupt- und ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer des Diakonischen Werkes konnten sie eine Lebensperspektive entwickeln.

Samuel aus Eritrea, Ahmadou und Ismael von der Elfenbeinküste, Mohamed aus Somalia und Saliou aus Guinea wollen sich „eine Zukunft in Deutschland aufbauen und keine Belastung für die deutsche Gesellschaft sein”, nachdem sie gedacht hatten, „keine Zukunft mehr zu haben”.

Sie besitzen besondere Begabungen und Fähigkeiten, beherrschen die deutsche Sprache sehr gut, haben einen Schulabschluss erworben und absolvieren eine Berufsausbildung. Eines der besten Beispiele gelungener Integrationsarbeit ist der 21-jährige Saliou (Foto). Aus Guinea geflüchtet, macht eine Ausbildung zum Mathematisch/Technischen Assistenten im Forschungszentrum Jülich

Aufgrund der gesetzlichen Restriktionen mussten sie allerdings große Hindernisse überwinden: „Unbegleitete Jugendliche sind besonders schutzwürdig, weil sie im Asylverfahren nicht besonders berücksichtigt werden. Sie werden wie Erwachsene behandelt und nur ausnahmsweise in stationären Jugendheimen untergebracht”, betont Diplom-Sozialpädagogin und Flüchtlingsberaterin Heike Winzenried.

Der Flyer soll aufzeigen, „dass es Möglichkeiten für langjährige Integrationsleistungen gibt”, und stellt den „Arbeitskreis Vormünder für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge” vor.

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