Jülichs Bürger sammeln Ideen für die Zukunft

Integriertes Handlungskonzept : Jülichs Bürger sammeln Ideen für die Zukunft

Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, dass niemand weiß, was sich in einer Wundertüte befindet. Das Integrierte Handlungskonzept (InHK), das die Stadt Jülich jetzt angeht, ist eine solche Wundertüte. Allerdings ist nicht die Frage wichtig, was am Ende drin sein muss, sondern wie viel.

Es geht um Geld. Das wird die Stadt bei der Bezirksregierung beantragen, um Jülich fit zu machen für die Zukunft.

Grundvoraussetzung für das Gelingen eines solchen Konzeptes ist eine Beteiligung der Bürger, die sagen sollen, wo Jülich aus ihrer Sicht besser werden soll. Zum ersten Mal die Gelegenheit dazu haben die Jülicher am kommenden Mittwoch ab 19 Uhr im PZ des Gymnasiums Zitadelle. „Das Beste am InHK ist die Bürgerbeteiligung“, sagte Bürgermeister Axel Fuchs. „Da gibt es keine Denkverbote. Die Menschen sollen sagen, was sie sich wünschen.“ Natürlich müsse das Gewünschte am Ende realistisch sein. Eine Skisprungschanze beispielsweise hätte keine Perspektive, mit Fördergeldern unterstützt zu werden. Deswegen arbeite die Stadt beim InHK mit einem Stadtplanungsunternehmen zusammen.

Wohin die Reise gehen kann ist derzeit nicht absehbar. Wichtig sei laut Fuchs, dass die Ideen aus der Bevölkerung keine Einzelmeinungen sind, sondern einer Mehrheit entspringen. „Die Ideen werden dann von der Verwaltung, dem Planungsbüro und abschließend von der Bezirksregierung auf Machbarkeit geprüft“, erklärte Julia Huneke, die bei der Stadt am InHK mitarbeitet. Ein wesentlicher Faktor, der die Erfolgsaussichten auf Fördergelder verbessert, ist laut Huneke, dass einzelne Projekte in ein Gesamtbild passen. Das sei städtebaulich sinnvoll. Und es passt auf die Art, wie Mittel für ein InHK bei der Bezirksregierung beantragt werden.

Der Antrag, der am Ende der Bürgerbeteiligung bei der Bezirksregierung gestellt wird, muss alle geplanten Maßnahmen umfassen. Die Bezirksregierung befindet dann über den Katalog und entscheidet, wie hoch die Fördermittel für das gesamte InHK sind. Deswegen ist das Vorhaben eine Wundertüte. Weder steht jetzt fest, welche Ideen aus der Bürgerschaft kommen, noch, wie hoch die Förderung ausfällt. Zwischen einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag und einem höheren zweistelligen ist viel vorstellbar. Entscheidend sind die Ideen der Bürger.

Jülich putzt sich für die Zukunft raus: Das gilt auch für die Figur von Baumeister Alessandro Pasqualini, der das Stadtbild im 16. Jahrhundert neu angelegt hat. Foto: Guido Jansen

Findet das Gesamtpakt bei der Bezirksregierung Zustimmung, geht es an die einzelnen Projekte. Die werden gesondert bei der Bezirksregierung beantragt. Die entscheidet dann, welcher Teil der Gesamtfördersumme in das jeweilige Vorhaben fließt.

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