Jülicher Land: Jülicher Zoo und Betriebe schützen sich vor Schweinepest

Jülicher Land : Jülicher Zoo und Betriebe schützen sich vor Schweinepest

Der Jülicher Brückenkopf-Park, dessen Zoo auch eine elfköpfige Rotte Wildschweine beherbergt, erhielt am Montag Besuch vom Kreisveterinäramt. Dessen Mitarbeiter thematisierten die in Osteuropa grassierende Afrikanische Schweinepest und baten darum, die Besucher nachhaltig auf die Gefahr hinzuweisen und darauf, was getan werden kann, um die Ansteckung von Tieren in hiesigen Breiten zu verhindern.

Der Park hat sofort reagiert: Bereits seit Dienstag sind neue Schilder angebracht worden (siehe rechtes Bild), welche die Besucher des Zoobereichs auf das Schweinepest-Risiko hinweisen und strengstens untersagen, die Tiere in dem weitläufigen Gehege mit Lebensmitteln zu füttern.

Tierpfleger Henri Fischer sieht die Gefahr durch die Schweinepest einigermaßen gelassen, weiß aber gleichzeitig auch, dass das Wohl und Wehe des Brückenkopf-Zoos nicht von der Wildschwein-Rotte abhängt, zu der aktuell elf Tiere zählen, darunter zwei kapitale Keiler, die während der Brunftzeit nicht ganz ungefährlich gewesen seien.

Das sieht Stefan Hetzer aus Aldenhoven naturgemäß etwas anders, denn er gehört zu den drei landwirtschaftlichen Betrieben im Kreis Düren, die sich der Schweinehaltung widmen. Das sind ein Zuchtbetrieb, der Sauen hält, und zwei Mastbetriebe. Auch Hetzer hat einen Mastbetrieb, der drei Monate alte Ferkel mit einem Gewicht von rund 30 Kilogramm in Rheinland-Pfalz einkauft, die in seinem Betrieb bis zum Schlachtgewicht von etwa 120 Kilogramm gemästet werden. Er achte darauf, dass die Transportzeit der Tiere zwei Stunden nicht überschreitet, sagt Hetzer, dem die Afrikanische Schweinepest gehörige Angst eingejagt hat.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Virusinfektion, die seit 2014 von Ost nach West gewandert ist und inzwischen mit Polen, Rumänien, dem Baltikum und Tschechien das Gebiet der EU erreicht hat.

Große Vorsichtsmaßnahmen

„Ich würde unsere Arbeit gern besser nach draußen zeigen“, bedauert Stefan Hetzer, dass er nicht im eigenen Betrieb über die Risiken und Gefahren der Schweinepest spricht, sondern nur am Telefon. Der Grund: Zur Prophylaxe hat er große Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um die Gesundheit seiner Tiere zu schützen. Zu diesen Sicherheitsmaßnahmen gehört es beispielsweise, den Kontakt zu anderen Schweinen zu vermeiden, die im Stall getragenen Overalls und Stiefel zu reinigen und zu desinfizieren. Zudem sollte der Fahrzeugverkehr rund um den Betrieb auf ein Minimum reduziert werden. Das gilt auch für Personen, die mit dem Schweinebestand Umgang pflegen.

Ein weiterer Vorsorge-Baustein ist die Bekämpfung von Schadnagern, die als Krankheitsüberträger bekannt und gefürchtet sind. Übertragen wird die Afrikanische Schweinepest per Schmierinfektion über Körperflüssigkeiten, insbesondere Blut. Eine Übertragung auf den Menschen gibt es dagegen nicht.

Nach Ausbruch der Krankheit bekommen die Schweine hohes Fieber, ein Teil geht ein. Die afrikanische Variante der Schweinepest gilt als besonders aggressiv, weil die Mortalität hier viel höher als bei der klassischen ist.

„Die Experten sind sicher, dass sie kommen wird“, lässt Hetzer aufgrund solch warnender Worte äußerste Vorsicht walten. Jagdreisende und deren Hunde gehörten im Transitland Deutschland zu potenziellen Gefährdern. Zudem hält er engen Kontakt zu den Kreisveterinären und seinem Hoftierarzt. „Eine Infektion wäre existenzbedrohend“, sind somit alle betrieblichen Maßnahmen nachvollziehbar. Fetzer: „Das muss ich nicht erleben.“

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