London: Jülicher TTC-Spieler Massaad spielt in London mit

London: Jülicher TTC-Spieler Massaad spielt in London mit

Das erste, was Adel Massaad (48), der Jülicher Tischtennis-Spieler, der für Ägypten bei den Olympischen Spielen startet, nach seiner Ankunft in London zu spüren bekommen hat, ist das Wir-Gefühl.

„Ich laboriere derzeit an einem Muskelfaserriss. Ob ich am 2. August bei unseren ersten Spiel gegen Österreich antreten kann, ist derzeit fraglich. Gottseidank gibt es Toni Kass. Der ist ehemaliger Volleyball-Nationalspieler und jetzt der Arzt von Timo Boll. Er hat mich im olympischen Dorf noch gegen Mitternacht behandelt. Ohne seine Hilfe hätte ich keine Chance, fit zu werden.

Diese Hilfsbereitschaft ist hier üblich. Und jeder interessiert sich für jeden. Ich gehe in der Mensa hin und setze mich beim Essen neben Menschen, die ich noch nie im Leben gesehen habe. Ich spreche mit den Leuten und merke immer wieder, dass jeder wissen will, was der andere macht. Superstars gibt´s hier keine. Das habe ich schon vor vier Jahren in Peking festgestellt. In London ist die Begeisterung für die Spiele überall zu spüren.

Wenn eine Fußball-WM ist, dann ziehen die Fans in den Trikots ihres Landes an. Hier ist das viel globaler. Ich habe ein Geschäft gesehen, in dem die Trainingsanzüge aller Olympia-Mannschaften zu kaufen gibt. Die Engländer tragen beispielsweise die russischen Anzüge. Die Menschen winken und applaudieren, weil sie die Leistung respektieren, die du vollbracht hast, um dich zu qualifizieren.

In Sachen Organisation gibt es einen großen Unterschied zu Peking vor vier Jahren. Damals hat man gemerkt, dass das Personal gedrillt worden war, um zu funktionieren. Hier kann es sein, dass du einen Ordner triffst, der nicht genau Bescheid weiß. Wir mussten beispielsweise am Flughafen zwei Stunden warten, weil es Probleme mit der Akkreditierung gab. In Peking war das undenkbar.”