Jülich: Jülicher Tafel: Mehr Hilfsbedürftige, aber weniger Spenden

Jülich : Jülicher Tafel: Mehr Hilfsbedürftige, aber weniger Spenden

Die Jülicher Tafel hat in der Innenstadt ihren alljährlichen Aktionstag begangen. Diesmal sollte laut der ersten Vorsitzenden der Jülicher Tafel Maria Güldenberg vor allem der Kontakt zu den Passanten gesucht und Präsenz in der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Immer wieder suchten die ehrenamtlichen Helfer von ihrem Stand aus das Gespräch und erklärten das Projekt der Tafel, welches sich der Armut und Lebensmittelverschwendung entgegenstellt und gerettete Lebensmittel an die Bedürftigen verteilt.

Daneben sorgte Alfred Sesterhenn mit Shevan Kinji für das leibliche Wohl der Besucher des Stands. Gegen eine kleine Spende bot er den Passanten Reibekuchen mit Apfelmus an. Allerdings hatte sich Sesterhenn geärgert, bevor er mit der Verteilung der Reibekuchen beginnen konnte.

Um seinen selbst gebauten Reibekuchenwagen zu beladen, parkte er sein Auto, dessen Kofferraum die zehn Kilo schweren Eimer mit den Kartoffeln für die Reibekuchen beinhaltete, auf der Höhe der Buchhandlung Fischer. Da dort das Parken der Fahrzeuge nicht erlaubt ist, erhielt er ein Knöllchen. „Die ganzen Eimer vom Parkplatz aus zu schleppen ist nicht machbar. Es musste eine andere Lösung her“, sagte der Ehrenamtler verständnislos.

„Schlechte Entwicklung“

Die Tafel ist auf die Hilfe der Bevölkerung und der umliegenden Betriebe angewiesen, da die Tafel durch gespendete Lebensmittel, Geldspenden und ehrenamtliche Helfer erst möglich wird.

Dazu sagte Lars Grobusch, der mit Spendendose und Flyern bewaffnet mit vorbeilaufenden Marktbesuchern das Gespräch suchte: „Ich beobachte momentan eine schlechte Entwicklung. Es gibt immer weniger Spenden und gleichzeitig steigt die Zahl der Bedürftigen an.“

Selbiges berichteten auch Maria Güldenberg und Edelgard Heidelberg, die zweite Vorsitzende der Jülicher Tafel. Neben der Suche nach Fahrern für die Lebensmittel, Helfern, die diese anschließend sortieren und schließlich nach weiteren Helfern, die die Lebensmittel an die Bedürften verteilen, sind auch zwei Stellen innerhalb des Bundesfreiwilligendienstes zu vergeben. Bald werde eine weitere Stelle frei, wie Heidelberg berichtete. „Wir brauchen an einem Tag, an dem wir die Lebensmittel verteilen, ganze 20 Ehrenamtler. Das ist eine ganze Menge“, fügte Güldenberg hinzu.

Außerdem gibt es noch ein Gerücht aus der Welt zu schaffen: „Wir befinden uns mitten im Umzug und dadurch, dass wir unseren alten Standort dabei für den neuen schließen, befürchten viele die Schließung der Jülicher Tafel“, sagte Güldenberg. Das sei nicht der Fall. Man ziehe bloß zu einem anderen Standort.

Mehr von Aachener Nachrichten