Jülicher Gesellschaft zeichnet acht Schulen für ihre Projekte aus

Engagement zum Thema Reichspogromnacht : Jülicher Gesellschaft zeichnet acht Schulen aus

Erstmals haben alle weiterführenden Schulen Jülichs sich zusammengetan, um gemeinsam aus Anlass des 80. Jahrestags der Reichspogromnacht an die Verbrechen der Diktatur der NSDAP zu erinnern.

Deshalb erhalten sie alle den Preis für Zivilcourage, Solidarität und Toleranz der Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz. Auf Vorschlag von Marco Maria Emunds, Schriftführer der Jülicher Gesellschaft, wurde von jeder Schule erarbeitet, was wohl in weiteren 50 Jahren wichtig ist zu erinnern. Das teilt die Gesellschaft mit.

Daraus entstand eine viel beachtete Pflanzaktion auf dem Propst-Bechte-Platz und eine Wanderausstellung durch das Rathaus und dann durch die beteiligten sieben Schulen: die Schirmer-Schule, die Stephanusschule, die Sekundarschule, das Berufskolleg, das Mädchengymnasiums Jülich MGJ, das Gymnasiums Haus Overbach GHO und das Gymnasiums Zitadelle. Das Projekt, das von den Schulen nach den Sommerferien erarbeitet und umgesetzt wurde, dürfte keine Vorgänger haben.

Die Preisverleihung findet statt am Sonntag, 27. Januar, ab 18 Uhr in der Jülicher Schlosskapelle. Die Veranstaltung ist öffentlich. Jeder engagierte Demokrat ist willkommen. Die Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz e.V. verleiht seit 2006 den Preis für Zivilcourage, Solidarität und Toleranz. Preisträger waren unter anderem Ralph Giordano, Gabriel Bach, Wolfgang Clement und Dr. von Renesse.

Sonderpreis

Einen Sonderpreis erhält der Projektkurs „Villa Buth“ des Heilig-Geist-Gymnasiums in Würselen, der sich über ein Jahr lang mit dem Judenhaus des Kreises Jülich auf dem Gelände der Firma Eichhorn in Kirchberg beschäftigte. Mit Unterstützung von Hellmuth Eichhorn jun. kamen ganz neue Erkenntnisse über das Gebäude und seine Nutzung zustande. Aber auch zahlreiche Zeitzeugen, die damals in Kirchberg lebten, schilderten erstmals ihre Erlebnisse. Die Firma Eichhorn konnte bis zum Ende des Krieges auf der linken Rurseite produzieren.

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