Jülich: Jülicher Gesellschaft plant Veranstaltung zum 80. Pogromjahrestag

Jülich : Jülicher Gesellschaft plant Veranstaltung zum 80. Pogromjahrestag

Die turnusmäßige Mitgliederversammlung der Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz am Dienstag, 15. Mai, hat zwei Schwerpunkte: Zum einen steht die Ehrung der langjährigen Vorsitzenden Gabriele Spelthahn durch Ernennung zur Ehrenvorsitzenden auf der Tagesordnung, zum anderen erfolgt die turnusmäßige Wahl des gesamten Vorstands.

Die Mitglieder treffen sich am 15. Mai um 20 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus in Jülich. Weiterhin stehen die Planungen für 2018/19 auf dem Programm. Die Überlegungen zu Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem 80. Jahrestag der Reichspogromnacht unter Federführung von Bürgermeister Axel Fuchs bilden einen weiteren Schwerpunkt.

Die beiden Jülicher Kirchen und die Jülicher Gesellschaft begrüßen die Bemühungen, vor allem die jungen Bürger einzubeziehen. Erinnerung ergebe nur Sinn, wenn sie die Bedeutung des Geschehenen für die Gegenwart und Zukunft deutlich mache, schreibt die Gesellschaft. Die Jülicher Gesellschaft unterstützt Bürgermeister Fuchs in seiner Auffassung, zum „9. November“ den Mord an den Juden in den Vordergrund zu stellen. Auch 2018 soll es keine Veranstaltung „über“, sondern nur „mit“ Juden geben. In Deutschland leben weniger als 100.000 Juden gegenüber 600.000 im Jahr 1933. Auch im Jülicher Land ist die Zahl der Juden von mehr als 300 im Jahr 1933 auf weniger als drei Dutzend gesunken.

Nur wenige haben nach 1945 versucht, in der alten Heimat wieder Fuß zu fassen, schreibt die Jülicher Gesellschaft. Nur bei ganz wenigen sei das gelungen. Auch in Jülich wurde soweit bekannt nur ein Versuch im Jahr 1959 unternommen, der sehr bald scheiterte. Das liegt natürlich auch daran, dass bis 1939 mehr als die Hälfte aller Juden bereits die Flucht gewählt hatte und sich eine neue Existenz aufgebaut hatte. Die Zurückgebliebenen wurden ganz überwiegend ermordet.

Die Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz e.V. „findet es beschämend, dass auch 2018 in Jülich kaum ein Mensch mit jüdischen Wurzeln dies erkennen lässt, weil sie Angst haben“.