Jülich: Jülicher Geschichtsverein: Buch über Wilhelm V. und Kunstprojekt

Jülich : Jülicher Geschichtsverein: Buch über Wilhelm V. und Kunstprojekt

„Herrschaft, Hof und Humanismus“ heißt die neue Publikation des Jülicher Geschichtsvereins, die am Donnerstag, 17. Mai, um 19 Uhr in der Schlosskapelle vorgestellt wird. Herausgeber sind Guido von Büren, Ralf-Peter Fuchs und Georg Mölich. Das 608-seitige Werk entstand aus Anlass des 500. Geburtstages von Herzog Wilhelm V. im Rahmen einer Bilanz des Kenntnisstandes zu Person und Herrschaft.

Fürstliche Handlungsmöglichkeiten sind Kernthema des reich bebilderten Buches, das ein breites Panorama der Geschichte der Vereinigten Herzogtümer Jülich-Kleve-Berg im bewegten 16. Jahrhundert aufzeigt. Finanziert von der Niederrhein-Akademie, ist es laut Guido von Büren, Vorsitzender des Jülicher Geschichtsvereins, zu einem „Kampfpreis“ von 34 Euro zu haben.

Fünf Skulpturen geplant

Wie der Ausblick in der Jahreshauptversammlung des Geschichtsvereins in der Schlosskapelle zeigte, ist ein zweites großes Projekt mit Beteiligung des Vereins angelaufen. Es ist mit 380 000 Euro dotiert und heißt „Jülicher Künstler — Jülicher Kunst“ mit dem Unterthema „Wege zur Geschichte und Forschung“, aufgelegt vom Initiativkreis „Neue Kunst im öffentlichen Raum“. Die Ideengeber wollen mit Mitteln der Kunst an fünf Standorten einen Bogen von der Stadtgeschichte zur aktuellen Bedeutung als Forschungsstandort schlagen. Neben dem Geschichtsverein wirken der Förderverein Festung Zitadelle und der Kunstverein mit, acht Körperschaften sind ideelle Unterstützer.

Südlich der sogenannten Kirmesbrücke am stadtseitigen Zugang zum Brückenkopfpark soll die Steinskulptur „Der Steinturm“ von Rudolf Vaasen ihren Platz finden. Sie steht für Ursprung und Material von Straßen, Brücken und Wehranlagen. Rechts der Rur, im Umfeld der Kirmesbrücke, soll eine etwa drei Meter hohe Bronzefigur auf Blausteinsockel von Marion Grawatsch platziert werden. Hier handelt es sich um eine abstrahierte Darstellung Napoleons mit typischer Haltung des rechten Armes und dem charakteristischen Uniformmantel. Als Bauherr des Brückenkopfes besuchte Napoleon Jülich zwei Mal.

Maria J. Fernandez erschafft für das Projekt eine etwa vier Meter hohe Bronzeskulptur von Alessandro Pasqualini, Planer der renaissancezeitlichen Idealstadtanlage und Baumeister der zweiten Stadtgründung Jülichs. Geplanter Standort ist der Marktplatz. Ernesto Marques kreiert fünf Personen aus glasfaserverstärktem Kunststoff mit Aluminium oder Bronze. Die etwa 2,5 Meter großen Figuren stellen Jugendliche in ihrem unverkennbaren Gang dar, die das Erbe der 2000-jährigen Geschichte Jülichs gestalten sollen.

Sie streben vom östlichen Licht kommend über den Schlossplatz auf ihre Schule, die Zitadelle, zu. Die Nutzung der Festungsanlage, die den Menschen jahrhundertelang vorwiegend Leid brachte, für zivile Zwecke steht somit als Zeichen für eine friedlichere Zukunft. Die fünfte Skulptur heißt „Der Sonnenfänger“ und wird von Rudolf Vaasen aus Corten-Stahl gefertigt. Sie wird in einer Höhe von 4,5 Metern vor dem Besucherzentrum des DLR-Instituts für Solarforschung stehen. In seiner Armhaltung verbindet der Sonnenfänger die Sonne als Lebensspenderin mit der Erde. Weil der Initiativkreis einen Eigenanteil aufbringen muss, gibt es am 12. Mai auf dem Kirchplatz einen Infostand zum Projekt.

Der Jülicher Geschichtsverein 1923 zählt 330 Mitglieder und hat im Rechnungsjahr 2017 „finanztechnisch sehr gut gewirtschaftet“, hieß es bei der Mitgliederversammlung.

(ptj)