Jülich: Jülicher Geschichte steht auf 570 kurzweiligen Seiten

Jülich : Jülicher Geschichte steht auf 570 kurzweiligen Seiten

Was ist das Jülicher Land? Und warum war und ist es, was es war und ist? Die Antwort findet sich von Seite 61 bis 115 in der jüngsten Ausgabe der Jülicher Geschichtsblätter. Willi Arnolds ist diesen Fragen in seinem Beitrag „Die Position des Jülicher Landes im Rheinland“ nachgegangen.

Die Essenz des Jülicher Landes ist aber nicht nur in Arnolds Beitrag zu finden. Jülich und die Lande drum herum finden sich überall in dem neuen Buch des Jülichers Geschichtsvereins, in dem die Bände 82, 83 und 84 zusammengefasst sind. Das jüngste Buch des Geschichtsvereins ist das erste, bei dem der Förderverein Museum Zitadelle Mitherausgeber ist. Als Herausgeber fungieren Guido von Büren, der Vorsitzende des Geschichtsvereins, und Museumsleiter Marcell Perse.

Zu schreiben, dass das neue Werk ein bunter Mix an Themen, Epochen und Autoren bietet, wird dem Buch nicht gerecht. Es geht um den Jülich-Klevischen Erfolge-streit Anfang des 17. Jahrhunderts, um das frühmittelalterliche Barmen, um den Schulalltag auf dem Lande vor 200 Jahren am Beispiel von Mersch und Pattern und um die Sendemasten auf der Merscher Höhe als verschwundene Denkmäler. Viele Themen mehr behandeln die Autoren.

Sie alle eint der Anspruch. „Wir haben eine enge Verzahnung an fachwissenschaftlichen Beiträgen und historisch interessierten Laien, die aus der Region heraus veröffentlichen“, sagt von Büren. Oder einfach ausgedrückt: Alles muss Hand und Fuß haben. „Unser Anspruch ist, dass die Texte allgemein verständlich sind und dem Anspruch genügen, dass Wissenschaftler aus ihnen zitieren“, sagt Perse. Dazu tragen in besonderer Weise die Laien bei, die laut Perse auf ihren Gebieten über ein „enormes Detail- und Fachwissen verfügen“. Fakten stehen im Mittelpunkt, keine Vorlesetexte für Märchenstunden. „Aber es darf gerne die eine oder andere steile These mit dabei sein“, sagt von Büren. Auch das gehöre zur wissenschaftlichen Arbeit.

Preußen bringen die Schulpflicht

Wer sich fragt, warum Stadtarchivar Horst Dienstühler auf über 50 Seiten über den Schulalltag vor 200 Jahren in Mersch und Pattern schreibt, der wird laut von Büren beim Lesen einiges an Wissen gewinnen. „Erst mit den Preußen ist die Schulpflicht im Jülicher Land eingeführt worden. Es ist spannend zu erfahren, wie das am Anfang in einem kleinen Dorf funktioniert hat.

Neu ist mit der Zusammenarbeit von Geschichtsverein und Förderverein die Möglichkeit, alle in Farbe vorliegenden Dokumente auch in Farbe zu drucken. Ebenso neu: fast 80 Seiten, auf denen Veröffentlichungen besprochen werden, die sich mit dem Jülicher Land befassen. Die Jülicher Geschichtsblätter geben damit einen Überblick über das, was in den Jahren 2014 bis 2016 mit Bezug zu Jülich veröffentlicht worden ist.

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