Jülich: Jülicher Genussbahnhof ist "rappelvoll"

Jülich : Jülicher Genussbahnhof ist "rappelvoll"

Am Wochenende wurde das Außengelände des Kulturbahnhofes (KuBa) ein Ort der leiblichen und musikalischen Genüsse. Elf Stände versorgten die zahlreichen Gäste mit ausgefallenen Speisen und Getränken sowie reichlich Kultur beim „Genussbahnhof“.

Neben veganen und nicht-veganen Crêpes oder Kängurusteak konnten beispielsweise Speisen am Stand „Authentic Armenian BBQ“ gekostet werden. „Wir bieten Grillspeisen vom Schwein, Lamm und Hähnchen nach traditioneller, armenischer Art an“, sagte Standbetreiber Arman Adijan. Am Grill stand Torres Avakijan, der in seinem Heimatland Armenien als Barbecuemeister gilt und für den Genussbahnhof eigens nach Jülich reiste. „Lina Alm“ bot zünftige Bergsteigerbrote an. Eine Premiere: Die Speisen des Standes wurden zum ersten Mal außerhalb der Skihalle Neuss angeboten.

Die Band „Schmeisig“ sorgte mit ausgefallenen Coverversionen für musikalische Unterhaltung beim Genussbahnhof; „Les 6 Kölsch 1 Cola“ (kleines Bild) lockte zahlreiche Besucher aufs KuBa-Gelände. Foto: Mira Otto

Auch der Stand „Tall and Small“ war auf den Fest zu finden. „Wir bieten preiswert Häppchen an, damit man auch an den anderen Ständen rumprobieren kann“, sagte Ross Lynch. Die Besucher des Festes kauften fleißig Miniburger oder „Tom’s Dicke Wurst“, die mit eigener Gewürzkreation à la Thomas Hilger, der ebenfalls den Stand betreibt, in der Fleischerei Schepanski zubereitet wurde.

Arman Adijan (l.) und Torres Avakijan bereiteten auf dem Grill traditionelle armenische Speisen. Foto: Mira Otto

Weine von der Mosel bot unter anderem Daniel Oster. „Gefragt ist bei uns vor allem „Vereinte Vielfalt“. Das ist ein Wein aus drei Rebsorten, die von Beginn an zusammen verarbeitet werden — was besonders ist“, sagte Oster.

Das dreitätige Event startete mit einem Vatertags-Special: Neben einigen Spielen, die vor allem Männern Kraft und Geschicklichkeit abverlangen, gab es ein Highlight: Unter dem Motto „Zapfkönig oder Schaumschläger“ veranstaltete auf der Bühne des Außengeländes eine PR-Agentur einen Zapfwettbewerb. Bei den vierköpfigen Teams bewiesen die Kontrahenten ihr Können an der Schankanlage. Dabei entschied eine Jury über den Zapfer mit der schönsten Schaumkrone. Gewinner wurde gekrönt und auf den Bierthron gesetzt.

An den restlichen Tagen wartete das KuBa mit einem seiner Markenzeichen auf: Livemusik. Dabei auch das Trio „Summer of Love“. Virigina Lisken (Gitarre, Gesang), Michael Dorp (Gitarre, Mundharmonika) und Jo Lisken (Cajon) eröffneten die Auftritte im Zeichen der Flower-Power. Mit „Lady in Black“ von Uriah Heep erinnerten sie an die 60er und 70er. Bei diesem Titel hatte auch Sven Molder mit dem Didgeridoo Gastauftritt.

Anlässlich des Spiels von „Aix Dixie Connection“ zog der Jazz mit Titeln wie „Doctor Jazz“ (King Oliver) oder „I can’t give you“ (Jimmy McHugh) in den Genussbahnhof ein. Mit Thaddäus Ehrhardt-Orgielewski (Kornett), Leslie Webb (Saxophon, Klarinette), Reinhold Wagner (Posaune, Altsaxophon), Peter Janton (Kavier) und Rien Kolkman (Kontrabass) stand eine internationale Gruppe auf der Bühne. Die Musiker stammen gebürtig aus Polen, Holland und Deutschland.

Musik mit Witz

Mit „Brokum“ spielte eine weitere Coverband auf dem KuBa-Gelände. Die Musiker Tobias Weingartz (Gitarre, Gesang) und André Tribbels (Gitarre) präsentierten in rockigen Versionen Lieder wie „Der Junge ist verliebt“ (Pohlmann) oder „Dani California“ (Red Hot Chili Peppers). Ingo Baron begleitete „Brokum“ am Cajon.

Über einen langen Zeitraum gefordert war Thomas Buß, der als DJ Buto die Veranstaltung begleitete. Am Samstag legte er auf dem Außengelände des KuBas bei strahlendem Sonnenschein Kölschrock auf. Freitag- und Samstagnacht sorgte der DJ für Musik — dann in der innenliegenden Kneipe des KuBas. Headliner der beiden Tage mit Livemusik waren jeweils „Schmeisig“ und „Les 6 Kölsch 1 Cola“.

„Schmeisig“ verbindet Musik mit Witz. Zu Beginn begrüßte eine Stimme von Tonband die Besucher und stellte „Schmeisig“ als „vollendete Symbiose aus Musik und Bier“ vor. Unter anderem coverte die Band, die aus Olli Jenischek (Gesang, Cajon), Raki Neidhardt (Bassgitarre, Gesang), Sebi Stahl (Banjo, Ukulele, Gitarre), Uli Höppner (Gitarre, Banjo, Mandoline, Gesang), Sebastian Klocke (Gitarre, Gesang) besteht, „Praise you“ von Fatboy Slim. „Dabei machen wir aus Elektro etwas wie Country“, sagte Bandmitglied Sebastian Klocke. Um den Effekt in der Stimme, die im Original digital nachbearbeitet ist, nachzuahmen, holte sich die Band einen der Zuschauer, Ross Lynch, auf die Bühne. Dieser klopfte mit den Fäusten voller Elan und mit aller Kraft auf den Rücken des Sängers, Sebastian Klocke, um diesen Effekt nachzuahmen. Dem Publikum gefiel‘s.

Der Genussbahnhof endete mit dem Auftritt von „Les 6 Kölsch 1 Cola“. Vor einem dicht an dicht gedrängten Publikum zeigte die Gruppe unter anderem zu einem Food-Festival passende Titel wie „Carbonara“ (Spliff) oder „Kaffeebud“ (Black Fööss).

„Wir sind mit den Besucherzahlen mehr als zufrieden. Wir hatten Glück mit dem Wetter, und oft war unser Genussbahnhof rappelvoll“, sagte Cornel Cremer, Geschäftsführer des KuBa. Und weiter: „Das bestärkt uns auch in unserer Entscheidung, das Event vom Herbst in den Frühling vorverlegt zu haben.“

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