Jülicher Christinakirmes wieder nur schwach besucht

Erstmals auf dem Kirchplatz : Christinakirmes nur schwach besucht

Über das Wochenende hat die Christinakirmes zum ersten Mal auf dem Kirchplatz stattgefunden. Die Aussteller zeigten sich mit der Allgemeinsituation sehr unzufrieden.

Es gab ein paar Stände, an denen man etwa Mützen und Handyhüllen kaufen kann. Für die Kinder Entenangeln, Pfeilwerfen und darüber hinaus für eine Runde auf einem Pferd oder im Feuerwehrauto ein Karussell. Komplettiert wurde die kleine Ecke voller Buden durch einen Süßigkeiten- und einen Getränkestand sowie einen Laden, in denen warme Speisen erworben werden konnten.

Dabei entsprach die Stimmung auf dem Festplatz eher der geschlossenen Wolkendecke und den leeren Kassen. Ausnahme waren die wenigen Kinder, die auf dem Mini-Karussell ihre Runden drehten und lächelnd ihren Eltern zuwinkten. Das Fahrgeschäft gehört Fränzi Cremer. Sie ist seit über 20 Jahren bei der Christinakirmes mit dabei. „Seit zwei Jahren läuft es sehr bescheiden. Wenn nicht mehr Leute kommen, werden wir keinen Gewinn machen“, sagte sie am Samstag und weiter: „Bei der Frühjahrskirmes und dem damit verbundenen Stadtfest läuft es in der Regel deutlich besser.“

„Dann hat man einfach mehr zu bieten, was die Menschen anlockt“, stimmte Ivonne Wilzewski zu, die auf der Kirmes Entenangeln und Pfeilwerfen auf Luftballons anbot. Auch bei ihr fand sich nur spärlich Besuch ein. Sie bestätigte am Montagmorgen nach dem Ende der Christinakirmes, dass „es auch am Sonntag leider bescheiden“ war.

Wie schlecht die Kirmes lief, wurde besonders bei den Verkaufsständen deutlich. „Mein Kollege hat gestern drei Euro umgesetzt. Ich habe gestern für 19 Euro etwas verkaufen können. Heute noch nichts“, sagte Álvaro Martínez am Samstagmittag, der Handyhüllen, Schals und Rucksäcke verkaufte. Währenddessen schoben sich zahlreiche Passanten an den Ständen vorbei, um auf dem Wochenmarkt und in der Innenstadt ihre Einkäufe zu erledigen.

Dasselbe Bild bei den leiblichen Genüssen. Michael Schwert betrieb auf der Christinakirmes „Süsse Spezialitäten“. Er war das erste Mal mit dabei und sagte: „Bis jetzt ist es wenig und ich glaube nicht, dass es mehr wird. Die Kosten sind zu hoch.“ Er war sich mit seinem Kollegen vom Getränkestand einig: „Wenn es nicht mehr wird, dann komme ich nächstes Jahr wahrscheinlich nicht mehr“, sagte Christoph Joassart von „Ausschank Joassart“. Er hatte, um bei kühleren Temperaturen trotzdem ein Angebot zu haben, warme Getränke wie Kakao und Cappuccino mit dabei. Trotzdem konnte er nicht mehr Kunden für sich gewinnen.

(mio)