Jülich: Jülicher Alzheimer-Medikament wird jetzt am Menschen getestet

Jülich : Jülicher Alzheimer-Medikament wird jetzt am Menschen getestet

Im April beginnen Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich und der Heinrich Heine Universität Düsseldorf, ihr Alzheimer-Medikament am Menschen zu testen. Die Behörden haben jetzt grünes Licht für Versuche an Menschen gegeben.

Im Tiermodell haben die Forscher zeigen können, dass Grund zu der Annahme besteht, dass ihr Wirkstoffkandidat eine mögliche Ursache für Alzheimer beim Menschen bekämpft. Jetzt soll diese Wirksamkeit auch beim Menschen überprüft werden.

Weltweit sind mehrere hundert Alzheimer-Medikamente in der Testphase. Der Jülicher Kandidat allerdings zählt zu den wenigen, denen Wissenschaftler zutrauen, die Ursache für Alzheimer bekämpfen zu können. Seit der Mitte des vergangenen Jahres hat das Jülicher Forscherteam um den Biochemiker und Strukturbiologen Dieter Willbold auf die Zulassung zum Test am Menschen gewartet.

In der jetzt beginnenden ersten klinischen Testphase überprüfen die Forscher den unter dem Arbeitstitel pri002 geführten Wirkstoff auf seine Verträglichkeit. Testpersonen sind dann gesunde Menschen. In Tierversuchen habe es laut Willbold keine erkennbaren Nebenwirkungen gegeben, obwohl die Dosieurng deutlich höher gewesen sei als sie für die erste Testphase am Menschen vorgesehen ist. Trotzdem hat die Aufsichtsbehörde lange geprüft. „Wir sind die Ersten, die mit dieser Wirkstoffklasse arbeiten. Da schauen die Behörden sehr genau hin“, erklärte die Jülicher Alzheimer-Forscherin Dagmar Jürgens.

Bis das Medikament auf den Markt kommen könnte, vergehen laut Willbold vom Beginn der ersten klinischen Testphase bis zur Marktreife im Schnitt wenigstens sieben Jahre. Neben dem Wirkstoffkandidaten arbeitet das Team um Willbold derzeit auch an einem Verfahren, dass eine Früherkennung von Alzheimer noch vor dem Ausbruch der Krankheit ermöglichen soll.