Jülich: Jülich und die drei dicken Fragezeichen

Jülich: Jülich und die drei dicken Fragezeichen

Die großen Aufgaben der Stadt haben eines gemeinsam: Sie sind mit einem ihrer Dimension angemessenen großen Fragezeichen versehen. Bekommt Jülich nun ein Schwimmleistungszentrum - oder nicht? Wird das ehrwürdige „Neue Rathaus” grundsaniert - oder in ein modernes Dienstleistungszentrum verwandelt?

Hat die Herzogstadt überhaupt die Chance, noch einmal von ihren horrenden Schulden im dreistelligen Millionenbereich herunterzukommen? Um all das geht es beim nächsten Stadtgespräch am Mittwoch, 28. April.

Eine sicher muntere Diskussion ist im Café Cortés in der Galeria Juliacum ab 19.30 Uhr zu erwarten. Der Titel lautet „Jülich: Mittelpunkt oder Mittelmaß?”, denn die Rolle der Kommune als Zentrum des Nordkreises erfordert eine intakte Infrastruktur und finanzielle Handlungsfähigkeit.

Der Landrat des Kreises Düren, Wolfgang Spelthahn, hat in der Vergangenheit Impulse gegeben, wie nach seiner Auffassung zum Beispiel die Hallenbad-Problematik gelöst werden kann - nämlich in Form eines Schwimmleistungszentrums, das sowohl dem Spitzen- als auch dem Schul- und Breitensport dienen könnte.

Das kostet allerdings viel Geld, auch wenn ein solcher Bau als Kooperation von privaten und öffentlichen Geldgebern (PPP-Projekt) realisiert wird. Kostet es genauso viel wie eine Grundsanierung des Hallenbades, die grob geschätzt um die fünf Millionen Euro teuer ist - und wäre es auch auf Dauer wirtschaftlicher?

Darauf will der Landrat antworten. Der Jülicher Bürgermeister Heinrich Stommel und der Vorsitzendes Planungsausschusses, Erich Gussen, diskutieren am Podium mit und verdeutlichen die Position der Stadt. Der Rat hat dem Schwimmzentrum per Mehrheitsbeschluss Ende Februar den Weg frei gemacht - unter bestimmten Voraussetzungen.

Vor der Diskussion erläutert ein Experte den brandaktuellen Sachstand. Gleiches gilt für die beiden anderen Themenkomplexe beim Stadtgespräch. Zuerst gibt es Informationen, dann Fragen und Meinungen. Der renommierte Architekt Professor Jörg Aldinger aus Stuttgart erklärt kurz vor der Diskussion, was ein Dienstleistungszentrum ist und wie man es grundsätzlich finanzieren kann. Beim leidigen Thema Schulden gibt der Jülicher Kämmerer Andreas Prömpers einen sicher beeindruckenden Überblick.

Gesprochen wird am Mittwoch auch über das Krankenhaus, das bis vor wenigen Wochen ständig Gegenstand der öffentlichen Diskussion war. Gibt es womöglich zwischen dem Kreis und dem neuen Träger ctw inzwischen eine Einigung? Und wenn ja: Wie sieht sie aus? Auch dazu werden die Gäste des Stadtgesprächs Rede und Antwort stehen. Die Veranstaltung ist eine Ko-Produktion des Vereins Stadtmarketing Jülich sowie Jülicher Zeitung und Jülicher Nachrichten.