Jülich stimmt für den Paveier-Sessionshit bei "Loss mer singe"

„Loss mer singe“ : Jülich stimmt für den Paveier-Sessionshit

„Mir kumme immer widder, weil datt einfach esu schön iss“, verrieten Claudia und Michael Gerken in schönstem Kölsch ihre Motivation, den Weg nach Jülich ins Café Liebevoll zu finden. Angesagt war die siebte Auflage des Mitsing-Events „Loss mer singe“ zum Hineinrutschen in den Karneval.

Ihren Ursprung hat die Veranstaltung natürlich in Köln. 2001 in einem privaten Keller gestartet, als der zu klein wurde, in eine Kneipe umgezogen, hat sich das Mitsing-Festival als Wettbewerb neuer Karnevalshits praktisch von alleine zu einem Renner entwickelt. Bei der Publikumswahl wurden 20 Lieder vorgestellt, aus denen man seine sechs Favoriten aussuchen konnte. „Am Anfang hatte die Kölner Jury die Qual der Wahl aus 350 Neuvorstellungen gehabt“, sagte Thomas Beys, Moderator im Liebevoll und Juror in Köln, und fügte hinzu „Es war so schwer wie nie zuvor.“

Eine Besonderheit in Jülich war das „Heimatvoting“ mit den Liedern „Mir sin wie m‘r sin“ von De Halunke und „Wenn nem Schneemann et Hätzje brennt“ von den mit einer Abordnung anwesenden Lokalmatadoren „Rumtreiber“. Hier setzte sich der schnellere Titel mit mehr Mitsingpotential von De Halunke gegen das besinnlichere mit kölsch-seeligem Zuhörfaktor der Rumtreiber durch.

Damit es beim Mitsingen textsicher zuging, wurden zu Beginn Zettel mit den Refrains der 20 Wettbewerbs-Songs verteilt. Für herzliches Lachen sorgte Beys, als er wegen des kleingedruckten Textes den speziellen „Lesebrillen-Service in allen Stärken“ anpries. „Gebt jedem Lied eine faire Chance“, hatte er zum Start aufgefordert – die Karnevalsjecken hielten sich famos an diese Vorgabe. Ob beim Zungenbrecher in rasantem Tempo „Schwing ming Fott“ von den Beer Bitches oder beim Schunkelleedcher „Heimat“ vom kölschen Jung aus Panama Planschemalöör, man ging mit, weil man einfach Spaß an der Musik und gute Laune haben wollte.

Besonders lautstark wurde es beim Zwischentextsong vom Trömmelche, datt nicht nur jeht, wenn der FC in Müngersdorf ein Tor schießt und beim traditionellen „Schmucke Prinz“, das anlässlich des 110. Geburtstags von Fritz Weber angestimmt wurde. Lieder, die jeder kennt, vielleicht mache man mal ein „Loss mer singe“-Special nur mit bekannten Karnevalshits, regte Moderator Beys anlässlich der Stimmgewalt an.

Nach etwas mehr als drei Stunden rundum gelungener Party verkündete der in Bestform agierende Tom Beys mit seinem Team das Ergebnis des Jeckenvotums. Sieger wurden die Paveier mit ihrem Sessionsrenner „Nie wieder Alkohol“, bei dem eine Textzeile im Refrain heraussticht, die das Versprechen an sich selbst dann relativiert „ich dunn ett nie mih widder bes zom nächste Mol“.

Die Plätze zwei bis sechs belegten im Liebevoll-Kneipenhit-Ranking Querbeat (Romeo), Miljö (Schöckelpääs), Kasalla (Der Ress vun dingem Levve), Räuber (Immer wenn ich ahn ming Heimat denk) und die Klüngelköpp (1000 Näächte).

(jago)