Jülich: Spielfreudiges Collegium und die Solisten

Classic Festival : Spielfreudiges Collegium und die Solisten

Großen Aufgaben stellten sich die Instrumentalisten des Collegium Musicum Jülich und Dirigent Peter Sauerwein bei ihrem jüngsten Sommerkonzert. Sie eröffneten den musikalischen Reigen mit der Ouvertüre „Die Hebriden“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, bei der sie die schwelgenden Klänge der stimmungsvollen Naturschönheiten bestens darstellten.

Durch die Zusammenarbeit mit den Dozenten des Classic Festivals war das Collegium Musicum in der Lage, eine ganz besondere Konzert-Rarität ins Programm aufzunehmen: Das Tripelkonzert C-Dur op.56 von Ludwig van Beethoven wird selten aufgeführt, da hierfür drei Solisten benötigt werden. Mit Kathrin ten Hagen (Violine), Javier Huerta Gimeno (Violoncello) und Christina Wright-Ivanova (Klavier), die alle bei dem Festival als Dozenten tätig sind, eröffnete sich in Jülich die einmalige Gelegenheit, das Werk zu Gehör zu bringen.

Virtuos agierten die drei Solisten in ihrem Concertino, ein spielfreudiges Collegium Musicum übernahm mit Bravour das Orchester Tutti.

Dem frischen Eingangs Allegro folgte in schönem Gegensatz, feinsinnig interpretiert, das klanglich farbige Largo. Brisante Soli folgten in dem feurigen Schlusssatz Rondo alla Polacca, dessen zündender Rhythmus von den Solisten und den Orchestermusikern wirkungsvoll wiedergegeben wurde.

Christina Wright-Ivanova glänzte mit einem kraftvoll gespielten Klavierpart, Kathrin ten Hagen und Javier Huerta Gimeno bezauberten mit klangvoll virtuosem Streicherklang.

Trompeter Klaus Luft (l.) und Organist Stefan Palm leisteten in der Popsteikirche einen solistischen Beitrag zum Jülicher Classik-Festival. Foto: Wolfgang Emde

Als konzertante Sinfonie kann sicherlich das Konzert für Violine, Violoncello und Orchester a-Moll op.102 bezeichnet werden. Kathrin ten Hagen und Javier Huerta Gimeno übernahmen die Solo Partien, ein Glückstreffer, da ihre Virtuosität, ihr musikalischer Ausdruck, der perfekte Zusammenklang, die Eleganz und Unbeschwertheit ihres Spiels wohl einmalig sind. Das Orchester musizierte sehr geschmeidig, angepasst und mit viel Engagement in allen Instrumentengruppen. Das ausdrucksstarke Thema des ersten Satzes, das gesangliche, weit ausschwingende Andante und die aufgeregte Rhythmik des Vivace non troppo waren außerordentlich einprägsam.

Die Zuhörer im Pädagogischen Zentrum des Gymnasiums Zitadelle waren hellauf begeistert. Applaus-Stürme und Bravo-Rufe dankten den Solisten und dem Orchester für ein großartiges Konzerterlebnis.

Jülicher Solisten, Meisterschüler, Dozenten und ein Wiener Chor boten ein weiteres beeindruckendes Konzert in der Jülicher Propsteikirche. Klaus Luft und Stefan Palm eröffneten mit großer Virtuosität die musikalische Stunde mit den getragenen Klängen von Händels Suite für Trompete und Orgel.

In harmonischer Folge erklangen sodann in meisterlicher Form das Allegro aus Mozarts Klarinettenquintett sowie Allegro moderato und Très doux aus Ravels Streichquartett. Ausführende waren hier Maria Silvestre (Klarinette), Mirjam Tschopp (Viola), Francesco Mastromatteo (Violoncello), Delia Jonel (Violine), Elisabeth Wagner (Violine), Ri Yu (Violine) und Domenico Pedone (Violine).

Großen Applaus erntete außerdem der Wiener A-capella-Chor VIA LENTIA (Leiter Thomas Pulker), dessen jugendliche Sängerinnen und Sänger mit ihrer großartigen Chorkultur und interessanten Sätzen das Publikum zu wahren Beifallsstürmen hinrissen.

Am heutigen Montag endet das Classic Festival mit dem Abschlusskonzert um 19 Uhr im PZ des Gymnasiums Zitadelle.