Pläne auf dem Weg: Jülich soll ein neues Hallenbad bekommen

Pläne auf dem Weg : Jülich soll ein neues Hallenbad bekommen

Der Jülicher Stadtrat hat am Donnerstag einstimmig die Weichen zur Planung eines Hallenbad-Neubaus gestellt. Die Stadtverwaltung erhielt den Auftrag, Pläne zu entwickeln oder entwickeln zu lassen, die einen neuen „Schwimmtempel“ in direkter Verbindung zum Jülicher Freibad ermöglichen.

„Wie könnte es aussehen?“, überschrieb CDU-Fraktionschef Peter Capellmann den wesentlichen inhaltlichen Auftrag. Ziel sei eine schnellstmögliche Realisierung, wenn entsprechend tragfähige Konzepte — auch in finanzieller Hinsicht — vorliegen.

Der Antrag der Christdemokraten wurde von allen Ratsfraktionen unterstützt, wenn auch von einigen mit einem Schmunzeln, denn die meisten Gruppierungen im Stadtrat haben in den vergangenen 15 Jahren irgendwann Vorstöße mit dem Ziel einer Verbesserung der Hallenbadsituation gestellt. „Wir wollen ja auch nicht die Urheberschaft für uns beanspruchen“, kommentierte — ebenso schmunzelnd — Capellmann die „Erinnerungen“ von UWG Jül und Grünen an eigene Anträge. Nachdem das „ewige Projekt“ Schwimmleistungszentrum inklusive einer europaweiten Ausschreibung aber gescheitert war, mussten Fristen gewahrt bleiben, um keine Klagen zu riskieren. Jetzt seien die rechtlichen Einschränkungen weggefallen.

„Wir alle wollten das Thema wieder angehen“, sagte der CDU-Fraktionschef, daher wolle man nun den Weg konsequent weiter beschreiten.

Die Situation grundsätzlich kann klarer kaum sein: Das bestehende Hallenbad an der Bongardstraße ist ein Sanierungsfall und technisch in Teilen veraltet sowie nicht funktionstüchtig (zum Beispiel die Temperaturregelung). Trotz regelmäßiger Ausbesserungsarbeiten ist das Gebäude nicht regendicht, Beleuchtung und Belüftung nicht voll funktionstüchtig.

Der Antrag der Union listet viele weitere Mängel auf: So stelle die Bauart des Beckens aus heutiger Sicht ein konstruktionsbedingtes Sicherheitsrisiko dar. Genauso wie dort offen installierte Treppe, die zudem die Zahl nutzbarer Bahnen von fünf auf vier reduziere.

Um alle Mängel zu beheben, sei im Grunde eine Kernsanierung notwendig, die aber nicht wirtschaftlich erscheint. Das Hallenbad, das im Mai 1967 eröffnet wurde und nun 51 Jahre alt ist, habe für Schul-, Sport- und Freizeitschwimmer lange treue Dienste geleistet, auch weil Betreiber Stadtwerke „alles Erdenkliche unternommen“ habe, um das Bad für die Bevölkerung zu erhalten, lautet die Beschreibung der CDU, die alle Ratsfraktionen und der Bürgermeister teilen.

Der Auftrag der Politik sieht nun vor, dass nach „Finanzierungsoptionen“ und möglichen „Förderkulissen“ gesucht wird — unter Beteiligung der Stadtwerke. Das Grundstück an der Bongardstraße könnte nach einem Hallenbad-Neubau vermarktet werden.

Einen auch nur annähernden Zeitplan kann es natürlich noch nicht geben, aber angesichts der zahlreichen Mängel sollte es wohl schnell gehen.