Jülich: Frust ist beim TTC kein Thema

Tischtennis-Bundesliga : Frust ist beim TTC Indeland kein Thema

Die Saison der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) neigt sich dem Ende entgegen. Vor dem letzten Spiel des TTC Indeland Jülich am Sonntag um 15 Uhr vor heimischem Publikum in der Nordhalle gegen den Post SV Mülhausen wurden die Weichen gestellt für die kommende Spielzeit.

Jülich bleibt in der Bundesliga, obwohl die Mannschaft ohne Sieg geblieben ist.. Hinter den Profis Robin Devos, Dennis Klein und Martin Allegro liegt somit eine Saison voller Niederlagen. Doch großer Frust ist bei keinem Spieler zu spüren.

„Ich war einige Male dicht am Sieg“, zog Robin Devos Bilanz. Der Beste im Trikot der Indeländer brachte es immerhin auf sechs Spielgewinne, auch wenn das nie für einen Mannschaftssieg reichte. „Wir waren bestimmt kein Favorit, aber wir hätten vielleicht überraschen können. Dafür musste allerdings das ganze Team gut sein.“ Für sich zog der Belgier eine durchaus positive Bilanz, sein Spiel sei besser geworden. Die Bundesliga sei eine der stärksten Ligen der Welt, Robin Devos zeigte sich glück­lich, auch in der kommenden Saison für den TTC Indeland spielen zu dürfen. „Ich kann noch besser werden“, verspricht er. Die Niederlagen haben ihm nämlich keinesfalls gefallen. „Da kann ich nicht glücklich sein, und es stachelt mich an, es beim nächsten Mal besser zu machen.“

Besser machen möchte es auch Martin Allegro, allerdings nicht mehr in Jülich. Der Profi aus Belgien wechselt in der kommenden Saison zu einem Club in die Nähe von Paris. Allegro durchlebte sogar eine persönliche Krise, als die Erfolge ausblieben, die er in der Saison zuvor in der Zweiten Bundesliga noch gehabt hatte. „Zu Beginn der Saison hatte ich einige sehr gute Spiele, aber mit den Niederlagen habe ich mehr und mehr das Vertrauen in mich verloren.“ Damit verlor er dann auch seine Leistungsfähigkeit. Gerade die Verbindung von mentaler Stärke und sportlichem Erfolg spielt bei ihm eine bedeutsame Rolle. „Ich habe viel darüber nachgedacht, es kam immer mehr die Angst hinzu, ein Spiel zu verlieren.“ Der Druck wurde größer, die Nerven schwächer. Anfang des Jahres schaltete er sogar einen Mental-Coach ein. Dieser Schritt kam seiner Meinung nach allerdings viel zu spät für die laufende Saison. „Das braucht Zeit.“ Eine Rückkehr in die deutsche Bundesliga schließt er keinesfalls aus, zumal er sie als die zweitstärkste der Welt neben China einschätzt. „Mein Einsatz in der Bundesliga war für meine Karriere sehr wichtig, denn ich habe sehr viel gelernt.“

Lernen steht auch für Dennis Klein an oberster Stelle. Der jüngste Indeländer wird auch in der kommenden Saison für die Jülicher starten. Inzwischen wurde er vom Deutschen Tischtennis-Bund in der B-Kader berufen, als Anerkennung für seinen langjährigen Einsatz und seine Erfolge. „Für mich waren die Pleiten in der Bundesliga gar nicht so frustig, zumal auch einige gute Spiele dabei waren.“ Dem Nachwuchstalent war natürlich zu Saisonbeginn klar, dass der TTC nur als Außenseiter in die Saison gehen würde. „Ich habe immer eine Chance gesehen, aber es gibt halt keine Garantie.“ Die Traurigkeit über die Niederlagen sei nach einem Tag überwunden gewesen, zumal die Spielanalyse ihm immer gezeigt habe, wo er sich verbessern könne. „Ich bin nach dieser Saison nicht abgehärteter, aber ich bin jetzt auch nicht mehr so traurig, wenn ich verliere.“ Für Dennis Klein zählen Taten, nicht die Worte. Und erstaunlicherweise fügte er noch hinzu: „Letztlich ist es auch nur Sport.“

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