Jülich/Bonn: FZJ-Chef als neuer DFG-Präsdident vorgeschlagen

Deutsche Forschungsgemeinschaft sucht Nachfolger : FZJ-Chef als neuer DFG-Präsident vorgeschlagen

Wenn die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit Sitz in Bonn auf die Suche nach einem neuen Präsidenten geht, wird dafür eigens eine Findungskommission eingerichtet. Die hat in Jülich einen Kandidaten ausgemacht.

Die Kommission schaut sich insbesondere in ihren Mitgliedseinrichtungen um und schlägt dann Kandidaten für das Amt vor. Fündig geworden ist man dabei auch im Forschungszentrum Jülich. Für die zum Jahresende freiwerdende Stelle des DFG-Präsidenten ist Professor Wolfgang Marquardt, Vorstandschef des Forschungszentrums, nominiert – neben zwei weiteren Kandidatinnen.

Der DFG gehören 96 Einrichtungen an, vor allem Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie die deutschen Akademien der Wissenschaften. „Die DFG fördert wissenschaftliche Exzellenz und Qualität durch die Auswahl der besten Projekte im Wettbewerb und setzt Impulse für die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit“, heißt es auf der Webseite der Einrichtung. Deutlich wird die Bedeutung der DFG vor allem durch eine Zahl: Der jährliche Etat liegt bei 3,2 Milliarden Euro. Die Mittel stammen zu großen Teilen vom Bund und zu rund einem Drittel von den Ländern.

Würdigung der Arbeit

An die Spitze der DFG berufen zu werden, darf man durchaus als Ehre und Würdigung der bisher geleisteten Arbeit verstehen. Neben Marquardt stehen mit Katja Becker von der Uni Gießen und Dorothea Wagner vom Karlsruher Institut für Technologie zwei Frauen zur Wahl. Über das Spitzenamt wird am 3. Juli auf einer Jahresversammlung aller Mitgliedseinrichtungen entschieden – ohne Einflussnahme der Politik. Sollte Wolfgang Marquardt gewählt werden, würde er das neue Amt zum 1. Januar 2020 antreten. Helfen bei seiner Kandidatur könnte Marquardt vielleicht der Umstand, dass er wie kein anderer Chef einer Forschungseinrichtung dafür steht, in Zeiten des Strukturwandels den konsequenten Weg von der Grundlagenforschung zur Marktreife zu forcieren.

Sein Credo, aus Wissen Innovation zu schaffen, macht sich nicht zuletzt auch im Eckpunktepapier der Bundesregierung bemerkbar. In dem finden sich mehr als ein halbes Dutzend Projekte, die man dem Forschungszentrum in Jülich zuordnen könnte. Als DFG-Präsident wissenschaftliche Exzellenz zu fördern, die in Verbindung mit dem Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen explizit im rheinischen Revier angesiedelt werden sollen, könnte auch für das Forschungszentrum mehr als nützlich sein.

(bugi)
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