Tetz: Joszef Acs und Violetta Palatinus: Ein außergewöhnliches Solistenehepaar

Tetz: Joszef Acs und Violetta Palatinus: Ein außergewöhnliches Solistenehepaar

Zur Einstimmung auf ihr 150-jähriges Jubiläum hatte die St. Lambertus-Schützenbruderschaft groß aufgefahren: Für das erste Konzert zu diesem Anlass war es gelungen, den herausragenden ungarischen Organisten Jozsef Acs und seine Gattin, die meisterhafte ungarische Querflötistin und Sopranistin Violetta Palatinus zu verpflichten.

Mit geistlicher Vokalmusik begannen die beiden „Ausnahmekünstler”, wie Brudermeister Udo Dohmen es ausdrückte, ihr Repertoire in der Tetzer Pfarrkirche.

Das als pompöser Auftakt zu den Fernseh-Eurovisions-Sendungen bekannte Präludium des „Te Deum” (Dich Gott loben wir) von Marc-Antoine Charpentier nahm Acs als Grundlage für eindrucksvolle Orgelvariationen mit harmonischer Querflötenbegleitung durch seine Ehefrau.

Im Anschluss ließ diese ihre kraftvolle Opernstimme erklingen in der Arie für Sopran „Singe Seele, Gott zum Preise” von Georg Friedrich Händel, begleitet von der Orgel. Geprägt durch ihren tiefen christlichen Glauben interpretierte Palatinus diese geistliche Barockmusik nicht nur durch ihre stimmliche Leistung mehr als überzeugend.

Für einen Ausschnitt aus Anton Dvoraks neunter Sinfonie „Aus der neuen Welt”, zweiter Satz, nahm die Querflötistin neben Acs auf der Orgelbank Platz. Inspiriert wurde das wohl populärste sinfonische Werk des böhmischen Komponisten von seinem dreijährigem Amerika-Aufenthalt.

Dvorak schrieb es im Geiste amerikanischer Volkslieder. Mit einer lateinischen Motette von Wolfgang Amadeus Mozart ging es weiter im Repertoire. Einem Vorspiel auf der Orgel folgte ein Sopran-Solo zum zweiten Satz aus dem viersätzig angelegten „Exsultate jubilate” (Jauchzet jubelt), in Perfektion zu Gehör gebracht.

Orgel und Querflöte interpretierten und variierten nun hell und leicht schwebend den als Melodie zum Film „Heiliger Franziskus” adaptierten „Sonnengesang” des Heiligen aus Assisi.

Hier lobpreist der Heilige Franziskus die Schöpfung Gottes mit ihren Elementen, aber auch den „Bruder Tod”. Nächster Programmpunkt war ein Orgel-Solo der „Toccata” aus der „Suite gothique” aus der Feder des französischen Organisten und Komponisten Léon Boëllmann.

Eindrucksvoll wechselte Acs in der freien musikalischen Struktur der Toccata in seiner Improvisation zwischen schnellen Passagen in kurzen Notenwerken und vollstimmigen Akkorden. Mit dem zweiten und dritten Satz des Flötenkonzerts in G-Dur des deutschen Flötisten, Flötenbauers und -lehrers Johann Joachim Quantz setzte das wirklich außergewöhnliche Solistenehepaar, das an den wichtigsten Musikzentren der Welt konzertiert, den Schlussakkord hinter ein viel beklatschtes Konzert.

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