Aldenhoven: Josef Hirsch: Vor 50 Jahren zum Priester geweiht

Aldenhoven: Josef Hirsch: Vor 50 Jahren zum Priester geweiht

Den 50. Jahrestag seiner Priesterweihe hat Subsidiar Josef Hirsch am 25. Juli, dem Namensfest des heiligen Jakobus, im kleinen Kreis in der Krypta der Pfarrkirche St. Martinus Aldenhoven gefeiert.

In einem Festgottesdienst am Sonntag, 26. August, um 11 Uhr wird dem beliebten Geistlichen zu seinem Ehrentag der gebührende Rahmen gewährt. Josef Hirsch, geboren am 17. Mai 1937 in Mönchengladbach-Windberg, ist seit dem Weggang von Pfarrer Rainer Müsers im Aldenhovener Raum als Priester tätig: nämlich in Aldenhoven selbst und den Nachbarpfarreien Schleiden, Siersdorf und Freialdenhoven.

Josef Hirsch, der aus einem religiösen Elternhaus stammt, wollte nach seinem Abitur zunächst Elektrotechnik studieren. Aber durch seine Begegnungen mit jungen Arbeitern während eines Vorpraktikums in einer Maschinenfabrik reifte bei ihm schon bald der Wunsch, den Menschen als Priester mit der Botschaft Jesu zu helfen - den Menschen, nicht einer hierarchischen Kirche.

Nach seiner Priesterweihe im Münster zu Mönchengladbach war er Kaplan in Alsdorf-Kellersberg und in Viersen, bevor er seine erste Pfarrerstelle an St. Anton in Amern, Schwalmtal, erhielt, wo er acht Jahre tätig war, bevor er 1982 nach Aachen-Oberforstbach und Schleckheim überwechselte. Hier blieb er bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahre 2004.

Als Subsidiar war er kurze Zeit in Ratheim tätig und danach für zwei Jahre in Baesweiler, wo er auch wohnhaft ist. Seit 2007 ist er in Aldenhoven und den Nachbarpfarreien tätig. Körperlich ist der 75-Jährige zwar beeinträchtigt. Aber seine Stimme ist kraftvoll und sein Wort klar. Schonungslos spricht er Probleme an, auch die der Amtskirche. Nicht selten werden seine Predigten mit Beifall bedacht. Geprägt wurde Josef Hirsch durch das Zweite Vatikanische Konzil. Sein großer Hoffnungsträger war Johannes XIII.

Er habe einen großen Schritt in Richtung Demokratisierung der Kirche getan und frischen Wind hineingelassen. Auch sein Professor aus Studienzeiten, Josef Ratzinger, sei diesen Weg mitgegangen. Damals.

Josef Hirsch beklagt den Rückschritt der Kirche ins Konservative. „Die Kirche ist eine Kirche der Armen.” Seiner Meinung nach passen dazu nicht die Feudalstrukturen, die bei kirchlichen Großveranstaltungen augenfällig werden. Die Kirche, wie sie seinem Verständnis entspricht, könnte durchaus gängige „Wohlfühlmessen” und sonstige spirituelle Angebote überflüssig machen.

Allerdings müsse die Rolle des Priesters als Seelsorger und Impulsgeber neu definiert werden. Dennoch: „Die Kirche ist meine Heimat, nicht die Amtskirche, sondern die Menschen in dieser Kirche. Für sie möchte ich so lange da sein, wie mir Gott die Kraft dazu gibt.”

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