Jülich: Jedem Dierche sie Pläsierche

Jülich: Jedem Dierche sie Pläsierche

Selbst in Zeiten, in denen darüber diskutiert wird, die deutsche Sprache durch das Grundgesetz schützen zu müssen, steht eins fest: Die Mundart und vor allem die rheinische Mundart ist nicht tot.

Nach wie vor hat sie viele Freunde, wie der Mundartabend in der Jülicher Stadthalle beweist. Zum 16. Mal hatten die Volkshochschule (VHS) Jülich und die Mundartfreunde im Jülicher Geschichtsverein zu dieser Veranstaltung eingeladen, und wieder einmal war die Stadthalle an gleich zwei Terminen gut besucht.

Begonnen hatte alles vor vielen Jahren in der Stadtbücherei. Damals waren 40 Zuhörer gekommen, und dann wurden es immer mehr. Man zog in die Stadthalle um, zunächst in den kleinen Saal, doch schon bald reichte dieser Platz auch nicht aus. Heute gastieren die Mundartfreunde im großen Saal.

An der Zwischenwand zum Nebenraum wird eine kleine Bühneinstalliert, und die Zuhörer sitzen im Halbkreis darum herum. Das macht es gemütlicher. Und dann wurde auch schon „jesonge,verzallt on jespellt” und dies alles unter dem Motto „Jedem Dierche sie Pläsierche”. Und Pläsier hatten die zahlreichen Zuhörer wahrlich genug. Es waren Texte von rheinischen Mundartautoren, die Maria Nepomuck, Ursula Schütte, Else Schumacher, Heino Bücher, Dieter Buntenbruch, Georg Thevessen und Heinz Thull zum Besten gaben.

Heinz Thull und Heino Bücher, der auch die Begrüßung und Moderation übernommen hatte, steuerten sogar eigene Texte bei. Unterstützt wurden die Jülicher Mundartfreunde außerdem von der Heimatbühne der Eifeler Mundartfreunde Münstereifel. Und so gab es eine Menge zum Schmunzeln, doch auch Nachdenkliches war dabei. Für so manchen Zuhörer wurden Jugenderinnerungen wach, denn es waren Texte mitten aus dem Leben „wie et fröher wor”. Das die Mundart auch bei Kindern und Jugendlichen einen Stellenwert hat, bewies sehr anschaulich Jan Luca Elsen mit seinen drei Beiträgen zu Beginn der Veranstaltung.

Er war zum ersten Mal dabei und meisterte seine Sache mit Bravour. Erstmals hatten sich auch „die Drei” alias Heino Bücher, Dieter Buntenbruch und Heinz Thull zusammen getan und begeisterten mit ihrem Beitrag „Heillije Zent Florian”.