Jahresausklang in der Galerie an der Zitadelle

Jahresausklang in der Galerie an der Zitadelle : Farbenfroher Optimismus, komplexe Geschichten und eine fantasievolle Bildsprache

Als Gegenpol zum stimmungsgeladenen Weihnachtstrubel luden Marita, Georg und Pieter Loven zu einer Vernissage ein, die zum Jahresausklang lebensfroh und bunt daherkam.

Thematisch war sie der Pop Art gewidmet. Die vielzähligen Besucher waren freudig überrascht, in den hellen, freundlichen Räumen der Galerie eine so große Anzahl farbenfroher Exponate sehen zu können. Interessant war aber auch der große Unterschied der Sichtweisen und Darstellungsformen der Künstler.

Pieter Loven übernahm Begrüßung und den einführenden Vortrag zur Ausstellung. Pop Art ist eine Kunstrichtung, die in den 50ger Jahren entstanden ist, oft mit großstädtischen Inhalten und realitätsbezogenen Hintergründen. Oft populär und trivial auftretend, etablierte sich auch diese Kunstrichtung in der Szene. Denn neben dem rein Plakativen bieten sich gerade in dieser Darstellungsform viele Möglichkeiten, die einfachen Dinge des Lebens einmal aus einer anderen Perspektive zu sehen, in klaren Farben zu beleuchten und manchmal auch ironisch zu persiflieren.

Ganz verschiedenen Künstlern ist die Ausstellung gewidmet. Otmar Alt, in der Region bestens bekannt, bringt es vielleicht mit seinem Zitat „Kunst heißt, ein Zeichen setzen“ auf den Punkt. Fantasievoll und farbenfroh ist seine Bildsprache. Dabei erzählen seine Motive eine komplexe Geschichte und regen zum Nachdenken über Träume der Menschen, Freundschaft und die Dinge des Lebens an.

James Rizzi, ein amerikanischer Künstler und Maler, baute seine Werke oft in Szenen wie farbenfrohe, kleine Puppenstuben in 3D-Grafik auf. Bunte Farben und strahlende Fröhlichkeit, Humor und Optimismus machen seine Werke aus. „The best art is a good heart“ – sein Wahlspruch spiegelt sich in seinen Werken wider.

Janoschs Werke, gut bekannt aus Kinderbüchern und Fernsehfilmen, wecken immer wieder das Kind in uns. Zeichnungen, Aquarelle und Radierungen handeln von Freundschaft und Beziehungen. Sie lassen uns immer wieder schmunzeln und machen doch auch nachdenklich. Denn wie schon Janosch sagt: „Jeder lebte schon immer im Paradies, hat es nur nicht gewusst“.

Lebensfreude pur auch bei Ed Heck. Seine Tierdarstellungen mit ironisch, humorvoller Vermenschlichung machen einfach Freude, sei es das Schwein mit Flügeln, das maskierte Hund-Katzen-Duo oder der Luft-Pinguin.

Schön verpackt ist Essbares bei Ulrik Happy Dannenberg. In Kunstharz eingegossen, sind die Leckereien wie Lutscher und ähnliches zwar sehr dekorativ, aber nicht mehr essbar.

„Neue Monster braucht das Land“ – diese Meinung vertritt Patrick Preller, ein Künstler aus Fürth. Er hat die Pop-Art-Monster aus Metall erfunden. Mit großen Händen, die an die Teufelchen von Cesar Manrique erinnern, und riesigen Kulleraugen treiben die lustigen, freundlichen Wesen überall ihre Späße.

Die Installationen von Etienne Salome huldigen der Geschichte von Mensch und Maschine. Tachos von Porsche in der Chronologie von 70 Jahren hinter Plexiglas hatten ihren eigenen Charme.

Gery Lugers, ein Weltreisender in Sachen Kunst, sammelt überall Motive und fügt sie zu komplexen Bildern zusammen. Szenen werden übereinandergelegt und wirken symbolhaft. Weltstädte, Stilikonen und Werbung vermischen sich so zu einem Bild und gesellschaftlichen Spot aus einem Zeitbild.

Äußerst sehenswert ist die Ausstellung, die in der Galerie an der Zitadelle noch bis zum 12. Januar besucht werden kann.

(mibi)
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