Viele offene Fragen: Ist Kork die Rettung für den Kunstrasenplatz?

Viele offene Fragen : Ist Kork die Rettung für den Kunstrasenplatz?

Was in Düren schon funktioniert, könnte auch beim geplanten Spielplatz für die Jülicher Vereine Schule machen. Bis das Projekt fahrt aufnehmen kann, müssen aber noch einige Grundsätzliche Fragen geklärt werden.

Einen unverzüglichen Beginn der Planungsarbeiten für den avisierten Kunstrasenplatz in zentraler Lage im Jülicher Karl-Knipprath-Stadion hat die CDU Jülich in einem Antrag gefordert. Dabei soll der Platz mit Korkgranulat befüllt werden. Damit, so CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Capellmann, würde man „sowohl den Ansprüchen des Umweltschutzes als auch den Ansprüchen der Nutzer gerecht werden“. Ursprünglich hatte sich der Rat darauf verständigt, 800.000 Euro bereit zu stellen, um einen Kunstrasenplatz zu bauen, der für alle Jülicher Vereine zur Verfügung gestellt werden soll. Das Problem: für Kunstrasenplätze werden 100 Tonnen Kunststoffgranulat benötigt. Zehn Tonnen müssen jährlich aufgefüllt werden, weil Wind, Regen und Schuhe der Fußballer die Mikroplastikkugeln in die Natur tragen – insbesondere bei einem Platz in der Nähe der Rur kaum vertretbar.

Offene Fragen

Bei der Suche nach Alternativen ist die Stadt fündig geworden. Die Mikroplastikkugeln könnten durch Korkgranulat ersetzt werden. So gibt es beispielsweise in Bergheim einen entsprechenden Kunstrasenplatz mit Füllmaterial aus Kork und auch der FC Düren 77 hat gerade erst Anfang September einen entsprechenden Platz in Betrieb genommen. Bei der Diskussion des Antrages im Stadtrat am Donnerstag wurde aber schnell deutlich, dass vor einer Umsetzung noch zahlreiche Fragen zu beantworten sind.

Grundsätzliches Problem

JÜL-Fraktionsvorsitzender Heinz Frey verwies unter anderem darauf, dass beim Kork eine Schimmelgefahr bestehe und der Pflegeaufwand höher sei. „Keiner weiß, wie teuer ein derartiger Platz ist, zudem gibt es bisher nur wenige Erfahrungen mit Kork als Füllmaterial“, machte Frey deutlich. Er geht von deutlich höheren Kosten als den ursprünglich geplanten 800.000 Euro aus. Frey hat aber nach wie vor auch ein grundsätzliches Problem mit dem Fußballplatz, der nach Vorstellung der CDU für alle Vereine der Stadt bereitstehen soll. Weil von Vereinen auf den Dörfern eine Eigenleistung verlangt worden sei, solle es die auch bei einem neuen Platz für Jülich geben, argumentiert er.

„Wir haben alle Vereine angeschrieben. Das Ergebnis ist immer gleich: sie werden sich nicht mit einer Eigenleistung beteiligen“, reagierte wiederholt die zuständige Dezernentin Doris Vogel. „Wir können die Vereine, die den Platz nutzen, allerdings über die Kosten und die Pflege einbinden“, entgegnete CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Capellmann.

Ziel der CDU ist es, dass der neue Platz bis zum Herbst/Winter 2020 fertiggestellt sein soll. Die noch offenen Fragen will die Verwaltung im zuständigen Fachausschuss beantworten.

(bugi)
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