Jülicher Land: Interkommunale VHS Jülicher Land funktioniert

Jülicher Land : Interkommunale VHS Jülicher Land funktioniert

Die „interkommunale Zusammenarbeit“ gehört zu den Lieblings-Schlagwörtern vieler Politiker, allerdings: Es gibt noch nicht sehr viele Beispiele dafür. Die Volkshochschule Jülicher Land ist ein solches.

Die einst eigenständige VHS Jülich wird seit mehr als einem Jahr auch von drei Nachbarkommunen genutzt. Weil noch keine Erfahrungen vorliegen, wollte VHS-Leiter Günter Vogel früh einen Fingerzeig geben und erstattete im Jülicher Kulturausschuss einen vorläufigen Bericht mit Zahlen, die sich noch leicht verändern können. Sein Fazit steht: „Den Versuch der interkommunalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Weiterbildung werte ich als positiv. Es ist ganz gut gelaufen, vor allem für die kleinen Kommunen.“

Das Schild ist alt, die Volkshochschule Jülicher Land neu: Das erste Jahr lief laut Günter Vogel zufriedenstellend für alle Beteiligten. Foto: Uerlings

Dem Bericht ist zu entnehmen, was sich die Städte Jülich und Linnich sowie die Gemeinden Aldenhoven und Titz von der neuen VHS-Struktur erhofft haben: „Sie ist für alle günstiger geworden.“ Aldenhoven, Linnich und Titz nahmen vor dem Wechsel das Angebot der Kreis-VHS in Anspruch. Vogel geht davon aus, dass diese drei Kommunen „Verbesserungen gegenüber den einstigen Zuschüssen im höheren zweistelligen Prozent-Bereich“ erzielt haben. Auch die Stadt Jülich kann kaum meckern: Der Kostendeckungsgrad beim Trägeranteil beträgt laut Rapport 84,2 Prozent. Der Landesschnitt liegt bei 68 Prozent, ist also viel schlechter. Soll heißen: Die Stadt Jülich muss für „ihre VHS“ viel weniger zuschießen als die meisten anderen Städte. Das war schon vor dem Zusammenschluss mit den Nachbarn so, hat sich nun aber noch verbessert.

Wo Licht ist, ist auch Schatten: Die neue Konstruktion erfüllte nicht alle Erwartungen. In den vier Kommunen waren 13.700 Unterrichtsstunden geplant. Realisiert wurden nur 10.700 (rund 9030 in Jülich, 900 in Titz, 520 in Linnich und 230 in Aldenhoven). Wichtigster Grund hierfür sei gewesen, dass eine Stelle in der VHS drei Monate vakant war. Auch inhaltlich gab es Verschiebungen. Günter Vogel im Ausschuss: „Der Trend bei der Nachfrage ist eindeutig: Bei Yoga, autogenem Training und im Kreativbereich laufen uns die Leute die Bude ein. Die berufliche Weiterbildung aber ist rückläufig.“

Die Berufsfortbildung bildet den wichtigsten finanziellen Stützpfeiler, weil hier massiv Fördergelder des Landes fließen. „Wir haben noch ein kleines Polster“, sagte Günter Vogel, der aber unmissverständlich darlegte, dass hier das Augenmerk des neuen Teams liegen werde. Die beiden neuen Kolleginnen stellten sich dem Ausschuss vor: Barbara Dorweiler und Susanne Kalkowski.

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