Jülich: Integration passiert im Kopf

Jülich: Integration passiert im Kopf

Bring mir eine blonde Schwiegertochter. Mit diesen Worten hat Vater Kusdogan seinem Sohn Bektas verabschiedet, als der damals 20-Jährige seiner Heimat Türkei den Rücken kehrte. Halb im Scherz, halb ernst, hat er seinem Sohn diese Aufforderung mit auf den Weg nach Deutschland gegeben.

Dass er seinen Sohn in Zentral-Anatolien nicht halten könnte, wusste er schon als Bektas ein kleiner Junge war. „Du bleibst nicht hier”, habe ihm sein Vater schon ganz früh prophezeit, erinnert sich Bektas Kusdogan, 56, der seine Kindheit bei Verwandten am Mittelmeer verbrachte.

Sein Vater sollte recht behalten. 1974 wanderte Bektas Kusdogan nach Deutschland aus, lernte in Köln eine junge Frau namens Marita kennen, heiratete sie, gründete eine Familie, bekam Mitte der 80er Jahre einen deutschen Pass und blieb in Deutschland.

Mit Marita, wie der Zufall es wollte eine Blondine, zog er nach Jülich.