Jülich: Indischer Staatssekretär besucht das Forschungszentrum

Jülich: Indischer Staatssekretär besucht das Forschungszentrum

Dass die offiziellen deutsch-indischen Gespräche zur wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit nicht in Berlin stattfinden, sondern in Jülich ist als Vertrauensbeweis an die beiden Staatssekretäre Thomas Rachel und Dr. Thirumalachari Ramasami aus Indien zu bewerten.

Seit 2006 arbeiten beide eng zusammen, um das 1974 geschlossene Abkommen zur indisch-deutschen Wissenschaftlich-Technologischen Zusammenarbeit (WTZ) zu fördern. Im Forschungszentrum Jülich (FZJ) trafen sich die beiden Delegationen.

Indien gehört mit fast 1,2 Milliarden Menschen zu den größten Volkswirtschaften der Welt. Seit über 40 Jahren zählt Indien, was die strategische Zusammenarbeit in Forschung, Entwicklung und Bildung anbelangt, zu den verlässlichen Partnern Deutschlands. Das unterstrich Thomas Rachel, als er die deutsch-indischen Gespräche offiziell im FZJ eröffnete.

„Deutschland ist für uns das wichtigste Land, es ist die Nummer 1 in der strategischen Zusammenarbeit”, machte Ramasami seinem deutschen Kollegen ein Kompliment. Was Rachel dahingehend ergänzte, „dass das als exzellentes Ergebnis einer vertrauensvollen und zukunftsgerichteten Entwicklung” anzusehen ist.

Dass die Zusammenarbeit mehr als zufriedenstellend sei, machte Ramasami auch am Beispiel eines weiteren Kooperationsvertrages deutlich, den das „Indisch-Deutsche Komitee für Wissenschaft und Technologie” abschloss. Dabei wurde vereinbart, dass die Zusammenarbeit im Bereich der innovationsorientierten Forschung unter Einbindung von Wissenschaft und Wirtschaft vorangetrieben werden soll. Als neue Themenfelder gelten dabei die Sicherheits- sowie die Innovations- und Energieforschung.

Dabei haben sich beide Seiten der Lösung globaler Probleme verschrieben, zusätzlich soll der Ausbau und die Verbesserung bilateraler Beziehungen erfolgen. Zudem soll es den Wissenschaftlern und Forschern beidseitig ermöglicht werden, Zugang zu interessanten Forschungsregionen und -infrastrukturen zu bekommen.

Eine enge Kooperation besteht auch zwischen der RWTH Aachen und dem deutsch-indischen Zen-trum für Nachhaltigkeitsforschung, an dem an Lösungsvorschlägen für die drängendsten Umweltprobleme gearbeitet wird. „Es ist unser Anliegen, die Ressourcen für die kommenden Generationen zu erhalten”, meinte der indische Staatssekretär. Als Beispiel dieser Zusammenarbeit nannte Rachel Untersuchungen an Nutzpflanzen, die in Trockenregionen und extremer Höhenlage wachsen. Ziel ist eine Produktionssteigerung und die Sicherung der Massenernährungskette.

In Europa sind deutsche Wissenschaftler die bedeutendsten Kooperationspartner für Indien. So werden jetzt auch in den kommenden Monaten bis zu 100 Wissenschaftler aus Indien zum Forschungszentrum kommen - als Gegenbesuch der deutschen Kollegen in Indien.

„Ich freue mich sehr, dass wir diesen Dialog mit Indien weiter vertiefen werden”, unterstrich Rachel, der auch das große wissenschaftliche Interesse der Bevölkerung erwähnte, es auch daran festmachte, dass der damals von der Bundesregierung auf Schienen gesetzte „Science Express”, der auch durch Deutschland tourte, in Indien von über zehn Millionen Menschen besichtigt wurde.

Den Abschluss der Konsultationsgespräche bildete der Besuch des Tagebaus Hambach.