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Gemeinsam mit Langerwehe: Jugendarbeit in Inden steht vor Neustart

Zusammenarbeit mit Langerwehe : Die Indener Jugendarbeit steht vor einem Neustart

Diese Umgestaltung resultiert aus Indens künftigen Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Langerwehe im Bereich der Jugendarbeit. Bei Eltern und ehrenamtlichen Helfern herrscht indes Verunsicherung. Ob die nächsten Ferienfreizeiten stattfinden können, ist unklar.

Selten hat der Name eines Jugendheims die Lage der Jugendarbeit so auf den Punkt gebracht wie in der Gemeinde Inden. Quo Vadis – übersetzt ‚wohin gehst du’ – heißt die Einrichtung im ehemaligen Rathaus in Lucherberg. Quo Vadis stehen inhaltliche und strukturelle Änderungen bevor; wie der gesamten haupt- und ehrenamtlichen Arbeit mit jungen Leuten in der Umsiedlungsgemeinde. Grund ist die Zusammenfassung der Gemeinden Inden und Langerwehe zu einem Sozialraum, in dem ab 1. Januar drei Sozialarbeiter tätig sind, die vom Kreisjugendamt finanziert werden. Die Kooperationsvereinbarung hatte der Indener Gemeinderat per Dringlichkeitsentscheidung getroffen. Von den hauptamtlichen Kräfte sind bislang zwei in Inden und eine in Langerwehe tätig.

In der Bevölkerung haben die heraufziehenden Veränderungen zu einiger Verunsicherung geführt. Sorge bereitet den Erziehungsberechtigten, deren Kinder und Heranwachsenden das Jugendheim Quo Vadis besuchen, insbesondere der Fortbestand der Ferienfreizeiten sowie der Betrieb des Jugendheims. Dazu gehört Annett Rhein, deren zwölfjähriger Sohn und zehnjährige Tochter das Quo Vadis besuchen und die mit Ehemann Enrico auch ehrenamtlich im Jugendheim und bei der Organisation der Freizeiten aktiv ist. Der Baustopp bei der Renovierung des Heims in Eigenregie und der Buchungsstopp in Sachen Ferienfreizeit haben die vierfache Mutter aufgeschreckt, die die Jugendarbeit für immens wichtig hält und um deren Fortbestand fürchtet. Ähnlich denkt Silvia Akano, ebenfalls vierfache Mutter und als Erzieherin vom Fach. „Ich bin ein Urkind des Jugendheims“, hat sie mit ihren Kindern bereits die dortige Krabbelgruppe besucht, als diese klein waren. Inzwischen ist dort nur noch die 13-jährige Tochter aktiv.

„Es ist alles in Bewegung“, bittet Gisela Wacker, als Fachbereichsleiterin im Indener Rathaus auch für die Jugendarbeit zuständig, die Eltern um Verständnis dafür, dass kaum vor Januar klar sein dürfte, ob und in welcher Form Freizeiten 2020 angeboten werden. Deshalb sei darüber informiert worden, dass Personen, die früher Entscheidungssicherheit brauchen, sich nach Alternativen umschauen sollten. Möglicherweise wird schon früher Klarheit herrschen, wenn bei der Trägerkonferenz Ende kommender Woche entsprechende Entscheidungen fallen sollten. Was die Sorge um das Jugendheim betrifft, gibt Wacker generell Entwarnung: „Quo Vadis wird weitergehen“, versichert sie. Möglicherweise werde es dort konzeptionell andere Schwerpunkte geben, doch solle „nicht alles über den Haufen geworfen werden“.

Auf der jüngsten Sitzung des Sozial-, Sport- und Kulturausschusses hatte Gisela Wacker über eine Dialogkonferenz des Kreisjugendamtes mit beiden Gemeinden, dem Träger Jugend in Langerwehe (JiL) und der Kirchlichen Jugendarbeit in der Region Düren berichtet. Dort waren unter anderem Ergebnisse einer Jugendbefragung vorgestellt worden. So wünschen sich die jungen Leute offenbar mehr Mitsprachemöglichkeiten sowie den Aus- und Aufbau von Filialen der bestehenden Jugendheime durch Stärkung des Ehrenamtes.

Als pädagogische Leitziele formuliert wurden auf der Dialogkonferenz die Stärkung des Demokratieverständnisses der Kinder und Jugendlichen, das Abstimmen der Ferienmaßnahmen und das Anreichern mit pädagogischen Eigenschaften sowie die Entwicklung von Events und Veranstaltungen unter Beteiligung von Jugendlichen. Letztlich, so Wacker, gehe es darum, bei der Jugendarbeit das Bestehende zu hinterfragen und bei der Zusammenführung mit Langerwehe einen Neubeginn zu starten.