Asylkreis Inden stellt in der AnziehBar aus

Ambitioniertes Fotoprojekt : Asylkreis Inden lädt zur Ausstellung in der AnziehBar

Die Mitglieder des Asylkreises Inden bereiten für den 21. Oktober eine äußerst persönliche Ausstellung in ihrem Treffpunkt vor, der AnziehBar. Für das Fotoprojekt unter dem Titel „Leben in der Heimat und das jetzige Leben in Deutschland“ stellen geflohene Menschen aus verschiedenen Ländern selbst geschossene Bilder aus ihrer Heimat zur Verfügung.

Im Kontrast dazu zeigen sie Bilder ihrer aktuellen Lebenssituation in Deutschland.

Regelmäßig treffen sie sich in ihrem Indener Treffpunkt, um unter Leitung der beiden Dürener Künstlerinnen Berrin Penek und Büsra Celik die aussagekräftigsten Fotos auszuwählen und das Konzept zu besprechen. „Die Leute hier wollen natürlich auch die Indener kennenlernen. Gleichzeitig wollen wir zeigen, dass die Leute ein zum Teil sehr bewegtes Leben vor ihrer Ankunft in Deutschland und der Region hatten“, erklärt Berrin Penek das Ziel der Ausstellung. Penek, die erst kürzlich in Düren mit dem „Hero Award“ in der Kategorie Flüchtlingshilfe ausgezeichnet wurde, gibt in der AnziehBar ehrenamtlich Deutschkurse für die Geflohenen. Das Fotoprojekt sieht sie als auch als erweiterte Maßnahme der Integration der von ihr betreuten Menschen in die Indener Gemeinschaft. Diese beteiligen sich gern an den Vorbereitungen.

Beispielsweise steuert der aus Eritrea stammende Yahya, der zur Zeit eine Ausbildung zum Maschinenfahrer durchläuft, eine Reihe interessanter Fotos aus seinem Leben bei. Etwa Bilder von seiner Zeit im Sudanesischen Karthoum, wo er lange Zeit gearbeitet hat oder Motive aus seinem Heimatdorf mit seinem „Haustier“, einer riesigen gelben Python.

Die Indener Anziehbar ist ein Sammelpunkt verschiedener, oft tragischer Schicksale. Einer Geiselnahme und grausamen Folter durch libysche Milizen ist Yahya auf seinem langen Weg nach Europa, im Gegensatz zu anderen seiner Gefährten nur knapp entkommen. Libyen gilt als Durchgangsstation für viele Flüchtlinge. Manche werden gefangengenommen, um Geld von ihren Familien in der Heimat zu erpressen. Ein aus Ostturkestan stammender uigurischer Familienvater, der seit sechs Monaten alleine in Deutschland weilt, macht sich derweil große Sorgen um seine Familie. Die Regierung in Peking soll eine verstärkt repressive Politik gegen die uigurische Minderheit auf chinesischem Territorium eingeführt haben. Laut Medienberichten wurden mehr als eine Million Uiguren interniert und zur sogenannten Umerziehung in Haft sitzen. Der junge Moussa aus Mali wiederum braucht einen Ausbildungsplatz, ansonsten droht das Ende der Duldungszeit und die Ausreise.

Einen Einblick in diese und andere Lebensgeschichten können sich die Indener Bürger und Interessierte von außerhalb am 21. Oktober bei der Ausstellung persönlich machen. Das Projekt ist allerdings nicht als Aufruf zur allgemeiner Betroffenheit, sondern als integrierendes Miteinander gedacht. Für ein freundliches Willkommen und warme Verpflegung sorgt der Asylkreis Inden. Beginn ist um 17 Uhr. „Jeder ist herzlich eingeladen“, sagt Berrin Penek und freut sich auf hoffentlich zahlreiche Besucher.

(jad)
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