In nur 30 Minuten - Betrüger erbeuten tausende Euro durch Enkeltrick

In nur 30 Minuten : Betrüger erbeuten mehrere tausend Euro durch Enkeltrick

Ein Senioren-Ehepaar aus Koslar wurde am Dienstag zum Opfer des Enkeltricks. Im Glauben ihrem Enkel in finanzieller Not zu helfen, überreichten sie Unbekannten eine hohe Summe an Bargeld.

30 Minuten, länger brauchten die unbekannten Täter nicht, um eine Jülicherin und ihren Mann davon zu überzeugen, eine hohe Geldsumme abzuheben und diese einer unbekannten Frau zu überreichen.

Gegen Mittag hatte ein Mann mit unterdrückter Nummer auf dem Festnetz des Paares angerufen. Er ließ die Seniorin glauben, er sei ihr Enkel und in Geldnöten. Da die Eheleute tatsächlich einen Enkel haben, glaubten sie dem Betrüger und entschieden sich zu „helfen".

Der Rentner wurde zur Bank geschickt, um das Geld abzuheben, während die Frau die ganze Zeit in der Leitung gehalten wurde, sodass sie nie die Chance hatte, ihren Enkel oder die Polizei anzurufen.

Wenig später erschien eine Frau an der Haustür, die als Freundin des vermeintlichen Enkels angekündigt war. Mit ihrer Ankunft beendeten die Betrüger das Telefonat. Die Senioren übergaben ihr Erspartes, woraufhin die Unbekannte mit dem Auto weg fuhr.

Als eine Stunde später nicht, wie am Telefon angekündigt, der Enkel der beiden vorbeikam, „um ihnen alles zu erklären", riefen sie ihren echten Enkel an. Im Verlauf des Gesprächs wurde klar, dass die Senioren Opfer eines Betrugs geworden waren.

Bei der Geldabholerin handelt es sich um eine Frau in den 20ern oder 30ern, die etwa 1,60 m groß und korpulent war. Sie hatte dunkle Haare und trug eine schwarze Hose und einen schwarzen Schal, außerdem sprach sie akzentfreies Deutsch. Das Auto, mit dem die Betrügerin flüchtete, war möglicherweise gelb.

Zeugen, die zum Tatzeitpunkt in dem Bereich zwischen Leisartstraße, Theodor-Heuss-Straße und Michelsberger Straße etwas Verdächtiges beobachtet haben, werden gebeten, sich mit der Einsatzleitstelle der Polizei unter der Nummer 024219496425 in Verbindung zu setzen.

Die Polizei rät: „Lassen Sie sich nicht durch Anrufe wie diese in die Irre führen! Legen Sie auf und informieren Sie bei Bedarf die echte Polizei. Rufen Sie Angehörige oder Freunde selbst an und sprechen Sie mit Ihnen über Anrufe, die Ihnen merkwürdig vorkommen. Geben Sie nie Details zu Ihren persönlichen oder finanziellen Verhältnissen am Telefon preis.“

(red/pol)
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