Floßdorf/Linnich: In Linnich gilt: Feuerwehrmann ein Leben lang

Floßdorf/Linnich : In Linnich gilt: Feuerwehrmann ein Leben lang

Länger als ein halbes Jahrhundert standen die bei dem Kameradschaftsabend der Ehrenabteilung geehrten Mitglieder stets in Bereitschaft für einen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Linnich. Wie die meisten der rund eine Million Kollegen in Deutschland leisteten sie ehrenamtliche Hilfe bei Bränden, Unfällen und Notständen.

Ohne diese Bereitschaft stünden heute bundesweit etwa 70 Prozent der Bevölkerung ohne Unterstützung in Brand- und Katastrophenfällen. Bei weit mehr als 2000 Städten in der BRD reichte die Kapazität der 107 Berufsfeuerwehren (2015) längst nicht aus. Die Entstehung der Freiwilligen Feuerwehr in Europa gilt als eine der Hinterlassenschaften Napoleons. 1811 ordnete er nach einer verheerenden Brandkatastrophe in Paris die Aufstellung einer ehrenamtlichen und zugleich militärisch geführten Feuerwehr an.

Lange Tradition, starke Gegenwart

Die städtische Freiwillige Feuerwehr Linnich wurde bereits 1892 gegründet und ist heute mit über 300 aktiven Mitgliedern als die drittgrößte Einheit im Kreis Düren eine von 24.000 im gesamten Bundesgebiet. Die gegenwärtig größte Ehrenabteilung (rund 100 Mitglieder) und die Vorreiterrolle bei der Entstehung der Frauenfeuerwehr, die von der kürzlich verstorbenen Brandmeisterin Anemie Hölscher initiiert und geführt wurde, sind im Kreis Düren einmalig.

Für diese Verbundenheit zur Feuerwehr und den „Jahrzehnte langen engagierten Einsatz für die Allgemeinheit“ bedankte sich Linnichs Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker bei allen Anwesenden des Kameradschaftsabends in der vollbesetzten Bürgerhalle von Floßdorf.

Mit herzlichen Worten bedachte sie die Arbeit von Hauptbrandmeister Josef Kremer und Oberfeuerwehrmann Leo Küppers, die als Sprecher der Ehrenabteilung deren Aufgaben koordinieren. Anerkennend würdigte sie zudem die Unterstützung und das Verständnis der Familien von Feuerwehrleuten, „die viel Zeit und nicht selten ihre Gesundheit in das Ehrenamt investieren“. „Deshalb ist es schön und wichtig, dass auch sie dank der Ehrenabteilung zum gemütlichen Beisammensein kommen“, unterstrich die Bürgermeisterin.

Im Namen der Gastgeber begrüßte Leo Küppers die Kameraden und ihre Gattinnen und hieß zudem die Ehrengäste herzlich willkommen. „Unsere Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker, die Ortsvorsteherin aus Tetz, Anja Tangerding, Rurdorfs Ortsvorsteher Jürgen Schütz, unser Stadtbrandmeister Theo Black, der stellvertretende Stadtbrandmeister Alfons Schumacher und der Kreisbrandmeister Karlheinz Eismar sind bei diesen geselligen Kameradschaftstreffen nicht mehr wegzudenken“, hieß es in seiner Rede.

Besonders die Anwesenheit des Kreisbrandmeisters war aus einem speziellen Grund unabdingbar. Karlheinz Eismar übergab die Ehrennadeln des Landesfeuerwehrverbandes für die langjährige beispielhafte Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr Linnich an mehrere Oberfeuerwehrmänner. Viele Jahre standen Sigfried Bödder aus Boslar und Leonhard Büttgen aus Gevenich im Dienste des Brandschutzes und wurden zu ihrem goldenen Jubiläum mit einem Ehrenabzeichen gewürdigt.

Für 60-jährige Mitgliedschaft wurden Heinrich Berretz aus Rurdorf, Anton Esser aus Hottorf, Josef Franken aus Körrenzig, Peter Jansen aus Gevenich und die aus Welz stammenden Peter Neuß und Heinrich Schumacher geehrt. Eine goldene Ehrennadel für stolze 70 Jahre als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr in Linnich erhielt Oberfeuerwehrmann Josef Schalbach aus Gereonsweiler.

Bevor der offizielle Teil des Abends in den geselligen überging, lobte Leo Küppers seine Kameraden für die „wie immer zuverlässige“ Unterstützung bei der Organisation des Treffens und bedankte sich besonders bei dem Löschzug 4 für eine großzügige Getränkespende.

Humorvolle Sketche

Nach einem gemeinsamen Essen lud ein abwechslungsreiches Unterhaltungsprogramm zum Mitlachen und Entspannen ein. Humorvolle Sketche in der Darbietung von Annemie Krauthausen und Gottfried Schumacher sowie die einzigartige Interpretation des Musikfilms „Sister Act“, vorgetragen von einem musizierenden Freundeskreis, unterstrichen die kameradschaftliche Stimmung des Abends.

Trotz der ausgelassenen Atmosphäre versäumten die Feuerwehrleute nicht, ihre Gäste auf eine ernsthafte Angelegenheit aufmerksam zu machen. Sie baten um eine kleine Spende für die „FeuerKrebs guG“, eine Gesellschaft zur Förderung und nachhaltigen Verbesserung der Gesundheits- und Arbeitsbedingungen von Feuerwehrleuten. Ganz im Sinne des alten Leitspruchs der Freiwilligen Feuerwehr: „Einer für alle — Alle für einen. Gott zu Ehr' — dem Nächsten zur Wehr“.

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