Jülich: Im Zoo des Brückenkopfparks wird fleißig gebrütet und ausgetragen

Jülich : Im Zoo des Brückenkopfparks wird fleißig gebrütet und ausgetragen

Kalt und nass ist es an diesem Nachmittag. Da lässt sich das Wallaby-Junge nur ungern draußen blicken — beziehungsweise gar nicht. Warum auch? Schließlich ist es in Mamas Beutel kuschelig warm. Die Tierpfleger des Zoos im Brückenkopf-Park haben unserer Zeitung aber versichert, dass es Nachwuchs bei den Kängurus gibt.

„Wir haben schon gesehen, wie der Kopf aus dem Beutel rausgeschaut hat“, sagt Zooleiter Henri Fischer. Und tatsächlich ist gut zu sehen, wie sich etwas im Beutel der Känguru-Mutter bewegt. „Noch ist das Junge aber unbehaart.“ Denn ein Wallabys wird vollkommen nackt in einem sehr frühen Entwicklungsstadium geboren und kriecht dann in den Beutel der Mutter, wo es sich an einer Zitze festsaugt. Erst sobald es vollständig behaart ist, etwa nach einem halben Jahr, wagt sich das Junge erstmals aus dem Beutel heraus. Es bleibt aber für drei Monate ein gern gesehener Gast, selbst wenn schon der nächste Säugling im Beutel heranwächst.

Insgesamt leben 515 Tiere im Zoo des Brückenkopfparkes. Die vier Kängurus vertreten dabei nur eine von 98 Tierarten des Zoos. Seit zwei Jahren wohnen die Wallabys nun in Jülich, darunter ein altes Männchen, zwei Weibchen und seit Kurzem noch ein männliches Jungtier. Zur Zeit wird nur ein neues Känguru-Junges erwartet, oder? Henri Fischer ist sich da nicht mehr so sicher. Denn auch der Beutel des anderen Weibchen erscheint ihm am Donnerstag größer als sonst. „Da könnte noch ein zweites kommen.“

„Nanuk“ hat sich eingelebt

Deutlich eindeutiger ist es bei den Eseln. Drei hochtragende Stuten erwarten Nachwuchs. Schon nächste Woche könnten die Fohlen zur Welt kommen, glauben die Tierpfleger. Hundert Meter weiter schlummern unterdessen die Wildschweine. Seite an Seite liegen die Frischlinge im Wurfkessel, geschützt von ihren Muttertieren. Auch die Ziegen hatten bereits in den vergangenen Wochen Junge bekommen. Fischer hofft außerdem auf Nachwuchs bei den Störchen und Säbelschnablern.

Weitere Neuigkeiten gibt es aus dem Gehege der Wölfe, das im vergangenen November vergrößert wurde. Der „Neue“ im Dreier-Rudel, der nun „Nanuk“ — übersetzt bedeutet es „der Meister der Eisbären“ — getauft wurde, hat sich gut eingelebt. Obwohl er noch kein Jahr alt ist, ist der junge Rüde den beiden Wölfinnen in Größe und Statur schon ebenbürtig.