Bleistiftzeichnung von Statuen: Historischen Figuren aus neuer Perspektive

Bleistiftzeichnung von Statuen : Historischen Figuren aus neuer Perspektive

Der spanische Künstler und Bildhauer Cente Crespo präsentiert in einer Ausstellung Bleistiftzeichnung von Statuen in den katholischen Kirchen des Altdekanats Aldenhoven. Was verschlägt einen Künstler von Granada in Südspanien ins Rheinland?

Hier kommt dem Betrachter nichts Spanisch vor! In der Gemeindeverwaltung Aldenhoven wurde am Mittwoch die Ausstellung „Mit fremden Augen“ des spanischen Künstlers und Bildhauers Cente Crespo eröffnet. Was verschlägt einen Künstler von Granada in Südspanien ins Rheinland? Es ist die persönliche Beziehung zu seinem Freund Mark Heckroth, einem gebürtigen Siersdorfer, der eine Ansprache zur Ausstellung hielt. Cente Crespo hat diese dem verstorbenen Vater seines Freundes gewidmet.

Zu besichtigen sind Bleistiftzeichnungen, die Cente Crespo von Statuen in den katholischen Kirchen des Altdekanats Aldenhoven angefertigt hat, ein Projekt, das im Laufe von mehreren Monaten entstand.

Cente Crespo, der seit zwei Jahren in Aachen lebt, nimmt diese historischen Kunstwerke aus anderen, eben fremden Augen wahr. Für ihn sind es, wie Bürgermeister Ralf Claßen in seiner Eröffnungsrede betonte, „bildhauerische Schätze, einmalige Zeugnisse Jahrhundertealter religiöser Kunst, an denen der hiesige Kirchenbesucher oft achtlos vorbeigeht.“

Transformation

Die Zeichnungen, die bis zum 16. November 2019 in der ersten Etage der Gemeindeverwaltung aushängen, zeigen die historischen Figuren aus einer neuen Perspektive, was vom Künstler als Transformation bezeichnet wird. Die porträtierten Figuren stehen in den Kirchen in einer erhöhten Position, die Crespo nutzte, um sie so, im Halbdunkel der Kirche, zu zeichnen. Crespo, der in Madrid und Edinburgh die Schönen Künste studierte und dort auch schon verschiedene Ausstellungen hatte, fand hier in Aldenhoven Kunstwerke aus Epochen, die in seiner Heimat aufgrund der maurischen Besatzung im Mittelalter nicht durchgehend in der Kunst vertreten sind.

Crespo betonte, dass die Bildhauerei in der „Ära endloser Reproduktion“ durch die Fotografie benachteiligt wird. Dabei kann die Fotografie „die wirkliche Größe von geschaffenen Skulpturen nicht vollständig porträtieren“, denn sie bildeimmer eine Reduktion von einer dreidimensionalen auf eine zweidimensionale Ebene.

Ausflug in die Welt der Musen

Es sind unsere uns so vertrauten Heiligen und die Muttergottes, die jetzt in Aldenhoven während der Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung in einer neuen Sicht präsentiert werden. Der Gang zur Gemeindeverwaltung wird so zu einem Ausflug in die Welt der Musen. Geöffnet ist die Ausstellung von Montag bis Donnerstag, 8.30 bis 12 Uhr, dienstags 14 bis 16 Uhr, donnerstags 14 bis 18 Uhr und freitags von 8:30 bis 13 Uhr. Weitere Werke des Künstlers sind auf seiner Homepage zu finden, wo er auch Vorträge zur Funktion und Aufgabe der Kunst in unserer Gesellschaft veröffentlicht hat. www.centecrespo.es

Mehr von Aachener Nachrichten