Jülich: „Herbstlichter“: In der Dunkelheit strahlt die Märchenwelt

Jülich : „Herbstlichter“: In der Dunkelheit strahlt die Märchenwelt

Es ist immer etwas Besonderes, wenn der Jülicher Brückenkopf-Park seine Tore bis spät am Abend offen hält und es den Besuchern ermöglich, in der Dunkelheit noch durch den Park zu schlendern. Doch es herrscht keine völlige Dunkelheit, im Gegenteil, „Herbstlichter“ setzen besondere Akzente.

Zum siebten Mal hatten der Lichtkünstler und Chef der Lichtinstallations-Firma World of Lights, Wolfgang Flammersfeld, und sein Team den Park in ein einziges großes Lichtkunstwerk verwandelt, und zahlreiche Besucher nutzten gleich den Eröffnungsabend, um in diese faszinierende Welt einzutauchen. Das Wetter tat ein Übriges dazu, denn bei klarem Himmel und noch recht milden Temperaturen leuchteten die Sterne am Himmel mit den Lichtern am Boden um die Wette.

Betrat man den Park vom Eingang am Lindenrondell wurde man durch eine bunt angestrahlte Baumallee geleitet. Das Apfelquadrat glühte in Violett und Silber, riesige Lampenschirme setzten neue Akzente und mit Hilfe von Projektoren wurden bunte Lichtteppiche auf den Weg gemalt. Bunt angestrahlt verwandelte sich der Festungswall in ein Märchenschloss und hatte man den Durchgang zum Stadtgarten passiert, gab es an jeder Ecke etwas Neues zu entdecken.

Märchenhaft muteten die Lichtkunstwerke an und im Gegensatz dazu standen die geometrischen Formen, die der Lichtkünstler gekonnt in Szene setzte. Unter dem Zeltdach drehte sich die 3-D-Nachbildung eines Kopfes. Wie zufällig fallen gelassen lag ein riesiges Mikadospiel auf der Wiese.

Bunte Lichter und zwei überlebensgroße Lichtmenschen wiesen den Weg zur Südbastion. Dort hatten sich Fabelwesen eingenistet. An jeder Ecke und in jeder Nische hausten Drachen, mal auf Transparenten, mal nachgebildet mit Tüchern, mal als Lichtinstallationen. Oben auf der Bastion thronte ein riesiger grüner Drache, der das Bauwerk zu bewachen schien.

Wie in „Avatar“

Hatte man dann die Brücke überquert und den Wald betreten, fand man sich in einer ganz anderen Welt wieder. Durch Lichtakzente wirkte der Klettergarten geheimnisvoll und auch ein wenig unheimlich. Und dann kam man auch schon zum schönsten Teil des Weges. Man fühlte sich ein wenig an die Zauberwälder aus dem Film „Avatar“ erinnert, wenn man durch das Waldstück des Parks schlenderte.

Leuchtkörper am Boden tauchten das Blattwerk und Äste in stetig wechselndes fluoreszierendes Licht. Stoffbahnen über den Weg gespannt, die sich leicht im Wind bewegten, verstärkten diesen Eindruck. Ergänzt wurde das Gesamtbild durch romantische Scherenschnitte, die in zartem Licht getaucht, an Märchengestalten erinnerten.

Highlight

Damit hatte man dann den Rundgang fast beendet, und von weitem leuchteten schon die farbig angestrahlten Bäume des Lindenrondells. Sollte man aber auf seinem Weg durch den Park mit seinen Herbstlichtern den Ort der Stille im Stadtgarten verpasst haben, lohnte sich noch der kleine Umweg, denn dort war sicherlich das Highlight dieser Show zu bewundern. Zu den sphärischen Klängen aus dem Film „Herr der Ringe“ wurden an diesem romantischen Ort auf eine Wasserleinwand immer wechselnde Bilder projiziert. Mal schwebten Tänzerinnen durch die Luft, mal die Samen des Löwenzahns oder farbige Ornamente.

Noch bis Sonntag, 5. November, sind die „Herbstlichter“ im Brückenkopf-Park zu sehen. An den Kassen liegen Flyer bereit, die den Besucher den Weg weisen, dem man, um die Effekte richtig genießen zu können und aus dem richtigen Blickwinkel zu genießen, folgen sollte.

Mehr von Aachener Nachrichten