Herbstlichter im Brückenkopf-Park: düstere Augenweide für Fotografen

Herbstlichter im Brückenkopf-Park : Eine düstere Augenweide für die Fotografen

Die Herbstlichter im Brückenkopf-Park sind wieder da. In der neunten Auflage ergibt sich für die Besucher ein düsterer Anblick vor einer herbstlichen Kulisse. Spannende Farbwelten werden auf dem einstündigen Spaziergang erkundet.

„Wie schön!“ Dieser begeisterte Ausruf war häufig zu hören aus dem Mund der zahlreichen Premierengäste der neunten Auflage der Herbstlichter im Brückenkopf-Park.

Trotz vereinzelten Nieselregens zogen die Besucher in Scharen durch die Allee der bunt oder golden angestrahlten Bäume am Apfelquadrat, durch die geheimnisvoll erleuchteten historischen Wallanlagen mit ihren Lichtgestalten oder über den 850 Meter langen Pulverweg, wo geometrische Lichtobjekte oder glänzende Stoffbahn-Konstruktionen erstrahlten – von leiser Musik untermalt. Lichtkünstler Wolfgang Flammersfeld, Preisträger des Dark-Awards, hat mit zehn Kilometern Stromkabel Lichtinstallationen auf dem 33 Hektar großen Areal des Parks geschaffen, die für sich sprechen.

Etliche Hobby- oder Profifotografen bauten ihre Stative auf. Sie fingen etwa eine mystisch angeleuchtete überdimensionale Mikadostäbchen-Konstruktion auf dem Pulverweg ein, Profile von Gesichtern, Schattenwürfe vor Stoffbahn-Arrangements oder eine gleichzeitig in verschiedene Richtungen rotierende, weiß-grüne dreidimensionale Scheibe, die mittels eines Projektors auf die Bäume geworfen wurde. Vor den Holzhäuschen am Rand des Pulverweges lasen vor allem Kinder eine Reihe von auf Holzschildern angebrachten, bunt angeleuchteten Verben wie „müssen“, „machen“ oder „dürfen“ laut vor.

Angestrahlte Stoffbahnen am Pulverweg animieren die Besucher, eigene Fotoerinnerungen zu schießen. Foto: Silvia Jagodzinska

Fußabdrücke auf dem Wasser

Für Aufsehen sorgten auch große weiße Fußabdrücke auf der Wasseroberfläche nahe des Zoobereichs. Kriegerisch anmutende weiße Figuren erschienen als schwarzer Schattenriss auf den Wänden der Südbastion, die durch passende Farbakzente ins rechte Licht gerückt wurde. Eine Reihe mit Lichterketten dargestellten Arbeiter mit Werkzeug in Händen zierte einen Zaun im Stadtgarten.

Zu den Highlights zählte erneut die Szenerie auf einer Hydrowand, eine Art Leinwand aus Wasser, die viele Menschen gleichzeitig gebannt vom „Ort der Stille“ aus verfolgten. So streckte sich etwa eine weiße Hand aus den changierenden Hintergrundfarben aus und spiegelt sich im Wasser wieder. Aus der Hand entwickelte sich eine weiße Figur in Bewegung, Gesichtszüge in unterschiedlichen Perspektiven, ein Augapfel, ein Funkenzauber. „Ein fauler Apfel“, kommentierte ein Kind den stilisierten Augapfel, doch sein Vater lieferte sogleich die Erklärung.

„Was kommt denn jetzt für ein Körperteil“, fieberten die Kinder in der Deutung der abgebildeten Formationen mit. „Kommt der Mensch jetzt über das Wasser auf uns zu…?“, fragten sie sich weiter. In verschiedenen warmen Tönen angestrahlte Leinwände veranlassten die Menschen im Stadtgarten, sich selbst in eigens projizierten Schattenwürfen ablichten zu lassen.

Für jeden Geschmack fand sich ein Highlight bei der gut einstündigen Wanderung durch den angestrahlten Brückenkopf-Park: Romantik pur im Park mit seinen Themengärten und historischen Nischen und wissenschaftlich anmutender Linien und Formen in den Gängen der Südbastion. Leuchtaccessoires für Kids und die mit pastellfarbenen Lampions beleuchteten „Glashäuser“, die zur Einkehr einluden, umrahmten die Premiere.

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