Heilige Adelgundis: Figur kehrt in die Gemeinde Koslar zurück

Schutzpatronin der Gemeinde Koslar : Heilige Adelgundis kehrt nach Hause zurück

Die Heilige Adelgundis ist seit jeher die Schutzpatronin der Gemeinde Koslar. Während des Zweiten Weltkriegs fiel die Figur der deutschen Wehrmacht zum Opfer. Aus den Trümmern der Adelgundiskirche konnte sie gerettet werden. Aber irgendwann verschwand sie. Jetzt hat die Adelgundis ihren Weg zurück gefunden.

Als im November 1944 die Adelgundiskirche durch die Hand deutscher Soldaten gesprengt worden war, versank ein Großteil der Kirche in Schutt und Asche – auch die Figur der Adelgundis, die seit mehreren Jahrzehnten vom damaligen neugotischen Altar hinab auf ihre Gemeinde geschaut und Trost und Hoffnung gespendet hatte. Die Heilige wird in der katholischen Kirche als Nothelferin bei Krankheit und Todesgefahr angerufen. Ihr Gedenktag ist der 30. Januar.

Aus den Trümmern konnten lediglich das Hauptkreuz und die Adelgundisfigur geborgen werden. „Von allen Figuren hat nur die Adelgundis überlebt“, sagt Leo Herzmann vom Gemeinderat und Förderverein St. Adelgundis Koslar.

Einige Zeit später wurde die Adelgundis in die Hausfront des damaligen Küsterhauses eingebaut. Nach dem Verkauf des Hauses ging sie in den Besitz des Käufers über, der für die Figur einen Interessenten hatte. Er veräußerte sie. Damit verschwand die Adelgundis aus der Gemeinde.

Jahrzehnte später und durch Zufall kam Pastor Josef Wolff der Pfarrei Heilig Geist mit dem gegenwärtigen Besitzer der Adelgundis in Kontakt. „Der Gemeinderat war natürlich hellauf begeistert“, erläutert Herzmann. Und so fand sie ihren Weg schließlich durch eine glückliche Fügung des Schicksals zurück in die Gemeinde Koslar.

Aber die Jahre hatten ihre Spuren hinterlassen. Die Adelgundis war ramponiert, nicht pfleglich behandelt worden. Nach Aussage eines Gutachters sei die Restaurierung der wertvollen Figur aber durchaus lohnenswert. „Er sprach von einer Meisterarbeit“, erinnert sich Herzmann.

Die Heilige Adelgundis war nach ihrer Rückkehr dringend restaurierungsbedürftig. Foto: Leo Herzmann

Zahlreiche Spender und der Förderverein St. Adelgundis Koslar setzten sich für die Restaurierung ein. Die Künstlerfamilie Fernandez aus Engelsdorf hatte mit ihrem vielfältigen Kunstwissen geholfen und schließlich den Kontakt zum Restaurateur vermittelt. „Der ganze Prozess hat sich gezogen, aber schließlich war die Figur nach ungefähr zwei Monaten fertig, etwa Ende August 2018“, sagt Herzmann. Nun sei sie wieder ansehnlich und die breite Öffentlichkeit könne sich daran erfreuen.

Der Kunsttischler Ignacio Fernandez kümmerte sich schließlich um die Anbringung des Sockels und die diebstahlsichere Befestigung der Adelgundisfigur. Ihren Platz hat die Heilige nun im vorderen, rechten Schiff der Kirche gefunden.

Der Gemeinderat und der Förderverein freuen sich, die „neue“ Adelgundis jetzt im Rahmen des Patroziniums offiziell vorstellen zu können. Der Wortgottesdienst beginnt am Sonntag, 3. Februar, um 9.15 Uhr. Anschließend gibt es einen Empfang mit Getränken und einer kleinen Stärkung im Pfarrheim.

(cap)