Linnich/Kevelaer: Harmonische Kevelaer-Wallfahrt der GdG Linnich

Linnich/Kevelaer : Harmonische Kevelaer-Wallfahrt der GdG Linnich

Gemeinsam als Christen mit dem Fahrrad unterwegs sein, ist ein wunderbares Gruppenerlebnis und eine ganz besondere religiöse Erfahrung, über die die GdG Linnich berichtet.

„Am Fest ‚Maria Heimsuchung‘ machten sich die Fahrradpilger der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Linnich nach einem gemeinsamen Gottesdienst in St. Georg/Hottorf wieder einmal auf den Weg zur Gottesmutter nach Kevelaer.

In Anlehnung an das Wallfahrtsmotto des laufenden Jahres stand diese Wallfahrt unter dem Leitgedanken: „Suche Frieden“.

Wunderschöne Landschaft

Unter der geistlichen Leitung von Pfarrer Philippen und der routinierten Führung von Josef Lieven verlief die Fahrt durch die wunderschöne Landschaft des Niederrheins ganz problemlos, wenn es auch bei fast 30 Grad Celsius ganz schön heiß war.

Aber in der Gemeinschaft unterwegs zu sein, lässt die Fahrt jedes Jahr wieder zu einem ganz besonderen Erlebnis werden. Man ist sportlich aktiv, hat aber genügend Zeit zum Erzählen und zum Meditieren, so dass Kopf und Herz jedes einzelnen Pilgers auf die eine oder andere Weise angesprochen werden.

Trotz der körperlichen Anstrengung erreichte die Pilgergruppe das Ziel, den Wallfahrtsort Kevelaer, schnell und fast mühelos. Noch verschwitzt und verstaubt dankten die Pilger zuerst der Gottesmutter an der Gnadenkapelle für die glückliche Ankunft. Erst danach wurde das Quartier im Priesterhaus bezogen.

Nach einer ausgiebigen Dusche und einem guten Abendessen ging es zum Abschluss des ersten Wallfahrtstages noch einmal auf ein kühles Bier in den Biergarten.

Fester Bestandteil der Wallfahrt ist der Besuch des Pilgerhochamtes in der Basilika am zweiten Wallfahrtstag. Nach diesem Gottesdienst hatte jeder Pilger ausreichend Gelegenheit zum persönlichen Gebet, Kaffee zu trinken oder zum Einkaufen, bevor man sich das leckere Mittagessen im Priesterhaus schmecken ließ.

Bildhafte Bibelübersetzung

In diesem Jahr stand nach der Mittagspause eine Themenführung über den Künstler Bert Gerresheim auf der Agenda. Den Bildhauer Bert Gerresheim verbindet wahrscheinlich der beschwerliche Weg des Menschen durch die Zeit mit dem Wallfahrtsort Kevelaer. Viele Hunderttausend Pilger tragen Jahr für Jahr ihre Sorgen und Nöte in die Marienstadt, werden entlastet und erfahren Linderung.

Sorgen und Nöte sind der Kern vieler Gerresheim-Werke. Sie machen den Leidensweg Christi für die Menschen von heute anschaulich. Der Künstler ist ein bildhafter Bibelübersetzer, der zeigt, dass auch heute Menschen berufen werden, Christus zu folgen: Zum Beispiel zeigt der Bildhauer von Folter und Grausamkeit gezeichnete Menschen und zerstörte Gesichter.

Beeindruckende Darstellungen unter anderem von Zeitzeugen wie Maximilian Kolbe, Karl Leisner, Papst Johannes Paul II., Mutter Theresa, Edith Stein und viele, viele andere sind an den Portalen der Basilika oder in den Kreuzwegstationen der St. Antonius-Kirche zu sehen.

Die Führerin, die mit Herz und Seele bei der Sache war, zog trotz der hohen Temperaturen alle Zuhörer in den Bann und begeisterte sie für Bert Gerresheim und seine Werken. Nach soviel Kultur bei hohen Außentemperaturen war jetzt ein kühles Getränk von Nöten.

Frisch gestärkt ging es weiter zum großen Kreuzweg, denn das Beten des Kreuzweges gehört zu jedem Kevelaer-Besuch dazu. Da auch im eigenen Leben Freud und Leid oft eng miteinander verbunden sind, ist es gut, den Weg Jesu nachzugehen, im Wissen, dass sich sein Kreuzweg auch heute ereignet.

Leider verging dieser zweite Wallfahrtstag viel zu schnell. Er endete wie immer mit einem gemütlichen Beisammensein im Garten des Priesterhauses. Auch hier zeigte sich wieder das tolle Gemeinschaftsgefühl in der mittlerweile eingespielten Gruppe.

Mit großem Bedauern hieß es am dann nächsten Morgen nach dem Frühstück Abschied nehmen von Kevelaer. Ein letztes Gebet, eine letzte Bitte an die Gottesmutter an der Gnadenkapelle, und dann ging es wieder zurück in die Heimat.

Auch am Rückreisetag schenkte der liebe Gott den Fahrradpilgern herrliches Wetter, so dass alle die lange Strecke ohne Probleme bewältigen konnten.

Müde und erschöpft, aber auch von ganzem Herzen dankbar für die drei wunderbaren und harmonischen Tage verabschiedeten sich die Pilger nach und nach voneinander. Denn so eine Wallfahrt ist wie das Leben — das Aufbrechen, das Unterwegssein, die Anstrengung und schließlich die Freude und das Ankommen.“

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