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Adventskonzert in St. Martinus: Handglocken legen einen Klangteppich aus

Adventskonzert in St. Martinus : Handglocken legen einen Klangteppich aus

In der oftmals hektischen Vorweihnachtszeit bieten vielerorts Adventskonzerte eine gute Gelegenheit, Ruhe, Entspannung und Besinnung zu finden. Dass dieses Angebot gerne angenommen wird, zeigte sich am zweiten Adventssamstag auch in Aldenhoven.

Etwa 150 Mitbürger waren der Einladung der Pfarrgemeinde Sankt Martinus zum Besuch ihres Adventskonzerts gefolgt.

„Mache dich auf und werde Licht“ lautete das Motto, das sich auf Verse des ersten großen Schriftpropheten Jesaja bezieht, der zwischen 740 und 701 v. Chr. im ehemaligen Südreich Juda wirkte und erstmals das Erscheinen eines Messias als Retter in Aussicht stellte. Der überwiegende Teil der für das Konzert ausgewählten Lieder befasste sich mit den Themen Frieden und Hoffnung.

Zur Begrüßung erinnerte Oblatenpater Josef Költringer, der vor kurzem in Aldenhoven die Nachfolge von Pfarrer Alfred Bergrath angetreten hat, an die vielen positiven Begleiterscheinungen des Advents: „Wir alle mögen die Adventszeit, die vielen Lichter und Symbole und zu sehen, wie das Licht von Woche zu Woche heller wird.“ Den Vorwürfen, der Advent drohe zu einer Zeit des „Nur-noch-Kaufens“ zu verkommen, hielt er entgegen, dass man so oberflächlich nicht sei. Frage man die Menschen in der Adventszeit nach ihren Wünschen, so würden nicht materielle Güter zuerst genannt, sondern Geborgenheit, Frieden und Gesundheit. Abschließend ermutigte er die Besucher: „Erinnern Sie sich, dass Gott neben Ihnen Platz genommen hat und Sie nicht mehr verlässt.“

Zum Einstieg in das Konzert spielte der Handglockenchor „Sound Of Bells“ unter der Leitung von Andrea Katzenburg besinnliche Weisen. So zauberten die Glocken einen instrumentalen Klangteppich, auf dem die Zuhörer sich mit allen Sinnen in eine vorweihnachtlich feierliche Atmosphäre mitnehmen ließen.

Solostimmen und Chöre

Im weiteren Programmverlauf erfreuten Solostimmen, Chöre und auch gemeinsame Interpretationen, wie beispielsweise das vielstimmig gesungene und von Orgelmusik großartig begleitete „O komm, o komm, Emmanuel“, das Auditorium mit einem breiten Spektrum an wohltuenden Klängen.

Zum Gelingen des Konzerts, das in seiner reinen Schönheit die Seelen der Zuhörer zu berühren wusste, trugen neben dem Handglockenchor die Instrumentalisten Marlies Luft an der Querflöte und Thomas Bergk am Klavier, die Solisten Judith Mohr (Sopran), Hannah Meurer (Alt), Katrin Werner (Alt), Dieter Werner (Tenor) und Hermann-Josef Meurer (Bass), sowie der Kleine Chor der Evangelischen Kirchengemeinde Aldenhoven unter Leitung von Susanne Bramkamp, der Kinder- und Jugendchor St. Martinus unter Leitung von Hannah Meurer sowie der Projektchor St. Martinus unter Leitung von Michael Mohr bei.

Von Thomas Uerlichs vorgetragene Gedanken zum Advent waren mehr als eine ergänzende Klammer zwischen zwei Programmblöcken. Die Zeiten, in denen der Prophet Jesaja politisch aktiv und sozial engagiert unterwegs gewesen ist, sind lange vorbei und dennoch tun sich Vergleiche auf, die sehr aktuell sind. So stellte der Vortragende Fragen, jeweils begonnen mit „Wussten Sie eigentlich, dass...“, um auf Missstände hinzuweisen.

„Wussten Sie eigentlich, dass über 70 % der Weihnachstdekorationen in mehr als 600 Fabriken in China von schlecht bezahlten Wanderarbeitern unter katastrophalen Arbeitsbedingungen produziert werden?“ Es gelte, Advent und Weihnachten nicht zu einer „besinnungslos besinnlichen Zeit“ verkommen zu lassen. „Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein helles Licht“, verheißt der Prophet Jesaja. So lebt auch heute noch im Weihnachtsfest die Hoffnung auf die verkündete Wende zu universalem Frieden und Gerechtigkeit. (jago)