GW Welldorf-Güsten wird 100 Jahre alt

GW Welldorf-Güsten feiert 100. Geburtstag : Der Verein blickt auf eine bewegte Geschichte zurück

„Was sonst im Leben gilt, gilt auch hier: Nicht das ‚Ich’, sondern das ‚Wir’ zu finden, das ist das Entscheidende.“ Mit diesem Zitat aus der Festschrift von 1969 wurden die zahlreichen Gäste beim Fest zum 100-jährigen Vereinsbestehen von GW Welldorf-Güsten vom Vorsitzenden Karl-Heinz Albersmeier begrüßt.

Was damals galt, gilt heute immer noch. Ein Verein lebt nur vom Anpacken und Mitmachen aller Mitglieder und die standen deshalb alle zusammen auf der Bühne, um das Fest zu eröffnen: Zwölf Jugendmannschaften davon drei Mädchenmannschaften, zwei Seniorenmannschaften und die Freizeitabteilung mit Ihren Trainern und Betreuern – ein beeindruckendes Bild.

Danach ging die Feier erst richtig los. Die Verantwortlichen hatten sich gegen einen Festkommerz und für eine Party für Klein- und Groß entschieden. Die Kaafsäck, der Comedian Kai Kramosta, die Band Raderdoll, aber auch heimische Kräfte wie DJ Heinz und Thomas Beys sorgten für Riesenstimmung. Währenddessen vergnügten sich die Kleinen auf einer Riesen-Hüpfburg und beim Torwandschießen.

Ob die Gründer des Vereins 1919 wohl schon erahnen konnten, dass der Verein 100 Jahre später ein solches Fest feiert? Der erste Weltkrieg war gerade vorbei, es herrschte Mangel und Hunger, aber da kamen Männer aus dem Krieg zurück, die aus der Gefangenschaft einen neuen Sport in die Heimat brachten – Fußball. Schnell gründeten sich zwei Vereine, die Rhenania Güsten und die Teutonia Welldorf. Als Bälle dienten Lederhüllen, die mit Heu ausgestopft wurden. Als Fußballplätze dienten Wiesen, die von den Bauern zur Verfügung gestellt wurden.

Irgendwann 1935 trafen sich dann zwei Vorstandsmitglieder der Vereine zufällig beim Arzt und bedauerten, dass aufgrund der Einberufungen durch die Nazis der Spielbetrieb zunehmend erschwert werde und hatten dabei eine richtungsweisende Idee: der Zusammenschluss der beiden Vereine.

Der Spielbetrieb – erst in rot-weißer dann in schwarz gelber Tracht – endete im Erwachsenenbereich kriegsbedingt bereits 1939. 1941/42 sollte es auch keinen Jugendfußball mehr geben.

Wechsel der Trachtfarbe

Der Neustart gelang dann erst wieder 1946 – wiederum nach einem Krieg. Mit neuem Vorstand wurde das Kind auch neu benannt und bekam den Namen: Spielverein Grün Weiß Welldorf-Güsten 1919/46. Die Tracht wechselte auf die Farbe Grün-Weiß, wie man sie heute kennt.

Mit dem Bau der neuen Sportanlage 1967 – zwischen den beiden Orten – beginnt die neuere Geschichte des Vereins. Später entstand neben den Umkleidekabinen ein Holzpavillon für Erfrischungsgetränke. 2011 wurde die Anlage in ihren heutigen Zustand gebracht mit modernem Vereinsheim, den neuen sanitären Einrichtungen und Umkleidekabinen sowie dem wetterbeständigen Kunstrasenplatz.

Die Gründerväter hätten sicherlich ihre Freude, wenn sie die heutige Dimension des Vereins miterleben könnten. Heute hat der Verein über 400 Mitglieder und der größte Teil sind Kinder. Neben der Fußballsparte erfreut sich die Freizeitabteilung großer Beliebtheit. Wurde dort zunächst nur Leichtathletik angeboten, kam in den 70ern bald Mutter-Kind-Turnen groß in Mode, das dann um das Kinderturnen für viele Altersklassen erweitert wurde. Beim Wandern und Aerobic Kursen halten sich die Erwachsenen fit – bis ins hohe Alter.

In den 100 Jahren gab es immer engagierte Menschen, Vordenker und Querdenker. Ob die Fusion zweier Vereine, die Errichtung des Platzes genau zwischen den Orten, der Aufbau der Infrastruktur neben dem Platz, der Bau eines Kunstrasenplatzes oder das Akquirieren von Trainern, Betreuern und Sponsoren – ohne diese Menschen würde es diesen Verein in seiner heutigen Form gewiss nicht geben.