Hambach: Gussen: Die Sophienhöhe „zur Not wieder abtragen”

Hambach: Gussen: Die Sophienhöhe „zur Not wieder abtragen”

Wenn die Schaufelradbagger im Tagebau Hambach in den nächsten Jahren weiter Richtung Westen vordringen, müssen nicht nur die Autobahn 4 und die Ortschaft Morschenich weichen, sondern auch noch einmal 900 Hektar Altwald des Hambacher Forstes.

Mit Blick auf die dort heimische Tierwelt ist Tagebaubetreiber RWE Power zum Natur- und Artenschutz verpflichtet und muss Ersatzlebensraum schaffen.

Das heißt, für die betroffenen Tierarten - im Bereich des Hambacher Forstes vor allem besonders schützenswerte Fledermaus- und Vogelarten, aber auch Amphibien, erklärt Markus Kosma, Leiter Tagebauplanung bei RWE Power, - sind Korridore zu schaffen, damit sie in umliegende Waldbereiche umsiedeln können.

Im Zuge der Aufstellung des 3. Rahmenbetriebsplans für den Tagebau Hambach hat RWE Power dazu Fachgutachten erstellen lassen. Die haben ergeben, dass nicht nur rund 800 Hektar Altwald am Rande des Tagebaus ökologisch optimiert werden müssen, sondern auch im Vorfeld noch einmal rund 700 Hektar Ackerland benötigt werden, um dem Artenschutz Rechnung zu tragen.

Eine Ankündigung, die die Landwirte äußerst kritisch aufnehmen: „700 Hektar für die Tiere und wo bleiben wir?”, lautete eine Frage der Vorstellung der Pläne.

Der Kreisbauernvorsitzende Erich Gussen (Jülich) fordert daher, dass im Zuge der Rekultivierung des Tagebaus Hambach mehr Flächen für die Landwirtschaft vorgesehen werden müssen. Zur Not müsse auch die Sophienhöhe wieder abgetragen werden. Derzeit sehen die RWE-Planungen vor, bis 2030 rund 2320 forst- und 850 Hektar landwirtschaftlicher Fläche zu rekultivieren.

Ein Verhältnis, dass nicht beliebig veränderbar sei, verweist Kosma auf erdmassen- und gebirgsspezifische Gründe in einem Tagebau. Gegenüber unserer Zeitung sagte er jedoch zu, so viel landwirtschaftliche Fläche wie möglich wiederherzustellen. „Wir streben einvernehmliche Lösungen an”, kündigte Kosma ein Handlungskonzept an.

Danach sollen die betroffenen Landwirte den Umsiedlerstatus erhalten, also so behandelt werden, als lägen ihre Flächen im Abbaugebiet. Details sollen in den kommenden Monaten geklärt werden.

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