Grundsteinlegung zum Bau der Kultur- und Begegnungsstätte in Linnich

Bau der Kultur- und Begegnungsstätte : Grundstein für Linnichs größte Bühne liegt

Der Neubau der integrativen Kultur- und Begegnungsstätte am Place de Lesquin beseitigt laut Bürgermeisterin Schunck-Zenker ein „Vakuum“. Das Betonskelett eines der größten Linnicher Neubauten in jüngster Zeit bildete die Kulisse für eine Feier.

Auf dem Bauplatz am zentralen Place de Lesquin fand die Grundsteinlegung vor Vertretern der örtlichen Politik, Partnern der Umsetzung, dem Ingenieurbüro, Gebäudeausstattern, Statikern und der Linnicher Verwaltung statt.

„Die alte Stadthalle ist einen Steinwurf entfernt“, rief die Linnicher Bürgermeister Marion Schunck-Zenker in Erinnerung. Ihren Worten nach bestand seit 2014 ein „Vakuum“ an geeigneter Versammlungsfläche in der Linnicher Kernstadt.

Als 2015 „viele Menschen aus anderen Ländern zu uns gekommen sind, haben wir festgestellt, wenn man sich ein bisschen näher kommt, kann man viele Missverständnisse ausräumen“, führte sie in die Hintergründe eines spontanen Planes ein, der nun für eine neue Versammlungsstätte in Form einer integrativen Kultur- und Begegnungsstätte sorgt. 2016 sei es Rat und Verwaltung in nur einem Monat gelungen, einen Antrag im Rahmen des befristeten Sonderprogramms „Hilfen im Städtebau für Kommunen zur Integration“ auszuarbeiten und gemeinsam zu beschließen, um Zuschüsse für einen solchen Bau zu erhalten. Das war von Erfolg gekrönt.

1,3 Millionen Euro Zuschuss

Dann erhielt die Stadt an der Rur einen 70-prozentigen Förderzuschlag in Höhe von knapp 1,3 Millionen Euro, damit erfuhr die „gemeinsame Arbeit eine Würdigung“, sagte Schunck-Zenker. Erwähnenswert sei in diesem Zusammenhang die „hervorragende Unterstützung durch die Bezirksregierung“.

Es folgten härtere Zeiten, unter anderem mit Architektenwechseln in schwieriger Phase, der „Boden war nicht so wie gewünscht“ und einer erheblichen Steigerung der Baukosten – von ursprünglich kalkulierten 1,8 auf über 3 Millionen Euro. „Im Hintergrund war ganz viel Arbeit nötig“. Schunck-Zenker sparte nicht mit Dankesworten an alle Macher, auch „an die engagierten Kollegen der Verwaltung“. Jetzt sei man Zeuge der Grundsteinlegung. Schunck-Zenker: „Aber wir sind ja erst am Anfang. Es kommt noch ganz viel Arbeit auf uns zu“.

Linnichs Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker präsentiert die Zeitkapsel, die in einem Pfeiler versenkt wurde. Foto: Silvia Jagodzinska

Eine Begleitaktion der Grundsteinlegung war die Versenkung einer Zeitkapsel in einem der inneren Stützer. Anschließend waren alle Macher reihum eingeladen, eine kleine Schaufel Zement hinzuzufügen. „Wir hoffen natürlich, die Zeitkapsel nie mehr wiederzusehen“, betonte die Bürgermeisterin, „denn dann ist irgendwas schief gelaufen.“

Die luftdicht verschlossene Zeitkapsel beinhaltet die Infobroschüre der Stadt Linnich, einen Linnicher Plüschlöwen, ein paar Münzen und eine verkleinerte Ausgabe unserer Tageszeitung mit Datum und Schlagzeilen aus der Stadt an der Rur für nachfolgende Generationen.

1100 Quadratmeter Fläche

Zu den Basisdaten der entstehenden integrativen Kultur- und Begegnungsstätte befragt, sprach Bauleiter Lothar Rennebohm von der Krefelder Baufirma Rostek und Pesch von einer 1100 Quadratmeter großen und neun Meter hohen Nettogrundfläche.

Die Innenaufteilung setzt sich zusammen aus einem großen Veranstaltungsraum mit Bühne, Küche und Cafeteria und kleinen Büros im linken Bereich für Vereinstätigkeiten und zur Beratung traumatisierter Flüchtlinge.

Die Erdarbeiten hatten Mitte August begonnen, wurden dann in der kritischen Phase unterbrochen. Seit Mitte November werden die Arbeiten fortgeführt.

(ptj)
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