Jülich: Grüne plädieren für zügigen Start der Sekundarschule

Jülich: Grüne plädieren für zügigen Start der Sekundarschule

Die Grünen im Rat der Stadt Jülich plädieren für einen zügigen Start der Sekundarschule. Dr. Lutz Baumgarten, schulpolitischer Sprecher der Fraktion, befürchtet anderenfalls, dass Schüler in Nachbarkommunen abwandern.

Zugleich kritisiert er die Stadtelternschaft Jülich, die einem offenen Brief Vorbehalte gegen einen Start im Schuljahr 2012/13 geltend gemacht hatte.

Die dabei aufgestellten Behauptungen und Gemeinplätze zum Thema „TurboAbi”, offene Ganztagsgrundschule und zur flexiblen Eingangsstufe trügen, so Baumgarten, nicht zur Information der Eltern über die Sekundarschule bei. Sie bedienten nur die verständlichen Ängste der Eltern. Er begrüße aber, dass die Stadtelternschaft inzwischen zu einer Versachlichung der Diskussion zurückgefunden habe.

Die Hauptschule in Jülich wird aufgrund sinkender Schülerzahlen im Verlauf der nächsten Jahre vor der Schließung stehen. Dies ist unabhängig von der Gründung einer Sekundarschule. Ohne die Hauptschule, so Baumgarten, muss die Realschule in Jülich konzeptionell neu überdacht werden, wie es der zuständige Schulleiter im Arbeitskreis formuliert hat.

Die Baumaßnahmen am Jülicher Schulzentrum gestatten derzeit noch eine relativ kostenneutrale Anpassung des Gebäudes an die Bedürfnisse der Sekundarschule. Diese Ausgangslage hat sowohl die Fraktionen als auch die betroffenen Schulleitungen von Haupt- und Realschule überzeugt, dass die Gründung einer Sekundarschule in Jülich sinnvoll ist. Auch würden die bestehenden gymnasialen Oberstufen nicht geschwächt sondern eher gestärkt. betonte der Grünen-Politiker..

Da das Grundkonzept der Sekundarschule auf dem etablierten Prinzip der Gesamtschule beruht, kann sie kaum als „Experiment mit den Kindern” bezeichnet werdent. Um unerwünschte Wanderbewegungen von Schülern in die Nachbargemeinden zu vermeiden und den Eltern eine sichere Perspektive zu bieten, wurde von Anfang an ein Start der Sekundarschule zum Schuljahr 2012/2013 gemeinsam mit den Nachbargemeinden angestrebt. Dieser Starttermin wurde von allen Beteiligten als prinzipiell machbar angesehen.

Für das pädagogische Konzept der Sekundarschule müsse das Rad nicht neu erfunden werden. Es kann, nach Aussage der zuständigen Schulleitungen, durch Zusammenführung und Weiterentwicklung der bestehenden Konzepte von Haupt- und Realschule relativ zügig erarbeitet werden.

Ein Starttermin erst im Schuljahr 2013/14 ändere die Raumsituation nicht grundsätzlich. Das Schulzentrum wird auch dann noch nicht fertiggestellt sein. Eine Verschiebung kann jedoch zu Wanderungsbewegungen führen. Damit könnte schlimmstenfalls, so Baumgarten, die Gründung einer Sekundarschule gefährdet und letztendlich der Schulstandort Jülich geschwächt werden.

Unter den gegebenen Bedingungen sollte die Einführung der Sekundarschule mit dem Schuljahr 2012/13 auch deshalb angestrebt werden, weil die Anmeldung eines weiteren Schülerjahrgangs in das Auslaufmodell Haupt-/Realschule nicht mehr vertretbar ist.

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