Jülich: Grandioser Auftakt der Schlosskonzerte

Jülich: Grandioser Auftakt der Schlosskonzerte

Zu Beginn der neuen Reihe der Jülicher Schlosskonzerte gelang den Organisatoren ein Glücksgriff. Das tschechische Ensemble begeisterte mit klassisch-romantischen Werken, die für Nonett bearbeitet einen besonderen Charme in den Klangfarben der verschiedenen Blas- und Streichinstrumenten entwickelten.

Schon bei den Tschechischen Tänzen von Bedrich Smetana zeigten die neun Musiker und Musikerinnen, dass sie über ausgezeichnete solistische Fähigkeiten verfügten, gleichzeitig aber im Ensemblespiel diese in größter Harmonie einsetzten und einen homogenen Klangkörper bildeten. In Ton und Technik perfekt hoben sie ihr Instrument in Soli gekonnt hervor.

Bei Smetanas Tänzen begegnete den Zuhörern national-tschechische Kunstmusik mit folkloristischen Elementen, die in die reichen, kraftvollen und eigenartigen Klangwelten seines Landes entführten.

Ein besonderer Stimmungszauber entfaltete sich bei Richard Wagners Siegfried Idyll, das der Komponist seiner Frau zur Geburt seines Sohnes schenkte. Der feine, intime Charakter des Werkes wurde von den Musikern zelebriert und verhehlte beim Publikum nicht seine berührende Wirkung.

Johannes Brahms und seiner Serenade in D op.11 war der zweite Teil des Programms gewidmet. Heiter, unbekümmert, aber in straffer Form zeigt sich liebenswürdige Melodik die jugendliche Schwärmerei des Komponisten. Dabei zeigte sich das feine Stilgefühl des Komponisten für die Klangfarben der Instrumente. Der Zuhörer konnte diesen Beitrag als besonderes Erlebnis empfinden. Das außergewöhnliche Ensemble bot keinen Programmpunkt im üblichen Sinne, es musizierte mit großer Freude und Engagement für sein Publikum. Die Instrumente wurden in schönsten Klangfarben präsentiert. Die fröhlichen Hornthemen lebten von warmer Zartheit, sanft umspielt von den anderen Bläsern, die Streichinstrumente agierten weich und singend.

Ein begeistertes Publikum dankte den Musikern für einen gehaltvollen und stimmungsvollen Konzertabend mit großem Applaus. Das Ensemble des Tschechischen Nonetts besteht aus den Musikern: Petra Brabcová (Violine), Simona Hecova (Violoncello), David Pavelka (Kontrabass), Jiri Skuhra (Flöte), Pavel Langpaul (Fagott), Vladimir Kroupa (Bratsche), Vladislav Borovka (Oboe), Ales Hustoles (Klarinette) und Jiri Spacek.

(Waldhorn)