Jülich: „Gnadenlose Clownshow“: Tiefflieger der Extraklasse

Jülich: „Gnadenlose Clownshow“: Tiefflieger der Extraklasse

„Die ganze Show kann nur dann funktionieren, wenn das Publikum sich entspannt und richtig mitmacht.“ Wolfgang Schneller vom Berliner Theater „Tiefflieger“ weiß, wovon er spricht. Im Laufe der letzten 20 Jahre hat er mit seinem Soloprogramm „Die Gnadenlose Clownshow“ schon mehr als 12.000 kleine und große Zuschauer verzaubert.

Nicht nur erstklassige Artistik und hochkomische Clownerie sind sein Erfolgsrezept. Nein, seine besondere Beziehung zum Publikum ist es, die das Programm seit zwei Jahrzehnten derart erfolgreich macht. Die Zuschauer spüren von der ersten bis zur letzten Minute, dass sie mehr sind als nur Zuschauende. Sie sind Mitwirkende und gefühlt mindestens genauso verantwortlich für das Gelingen der Show wie der Künstler selbst.

Nicht nur, dass Schneller, der gebürtige Franke, einzelne Personen auf die Bühne bittet und mit ihnen jongliert oder Tricks vorführt. Bei der „Gnadenlosen Clownshow“ ist der Zuschauer in noch höherem Maße gefordert, genau genommen seine Fantasie und seine Vorstellungskraft sind es , die den Raum erschaffen, weshalb Schneller in seiner Rolle als Paul, der Tiefflieger, voll und ganz auf Dekoration oder Bühnenbilder verzichtet.

Ein Konzept, das anspricht — auch noch nach über 20 Jahren. Und so erlebten kürzlich, im Rahmen des Kinder-Kultur-Sommers, auch in Jülich knapp 250 Zuschauer im PZ des Gymnasiums Zitadelle eine Vorstellung der Extraklasse. Christoph Klemens vom Jülicher Kulturbüro hatte wegen des einsetzenden Regens zwar umdisponieren müssen und die Veranstaltung vom Renaissancegarten in den wettergeschützen Bereich verlegt, doch das tat der Begeisterung der vielen Gäste keinen Abbruch.

Als „Paul der Tiefflieger“ mit einem artistischen Fallschirmsprung auf der Bühne landete, war das Wetter sofort vergessen, denn seine Darbietung ist vor allen eines: intelligent und pädagogisch wertvoll. Neben umhersausenden Bällen und erstaunlichen akrobatischen Einlagen erlebten die Gäste sich selbst nicht nur als Konsumenten einer Darbietung, sondern als Teil des Ganzen. Eine künstlerische Leistung, die „Paul dem Tiefflieger“ bereits 1995 den Sächsischen Kleinkunstpreis einbrachte.

Mit der „Gnadenlosen Clownshow“ ging der diesjährige Kinder-Kultur-Sommer bereits in die zweite Runde. Den Anfang hatte das Theater „Laku Paka“ mit der Aufführung der „Bremer Stadtmusikanten“ gemacht, und als nächstes gibt es „Dunkel war’s der Mond schien helle“ von „Zaches und der Felix“ am Mittwoch, 13. August, sowie „Feuerrot“ vom Theater „Kunstdünger“ am Samstag, 16. August.

Alle Veranstaltungen des Jülicher Kinder-Kultur-Sommers beginnen um 15 Uhr und eignen sich für Zuschauer ab vier Jahren und natürlich auch für Erwachsene. Der Eintritt ist immer frei, der Veranstaltungsort ist bei gutem Wetter der Renaissancegarten der Zitadelle, bei schlechtem Wetter das pädagogische Zentrum.

(rb)