Jülich: Glanzvolle „Elias“-Aufführung in der Jülicher Propsteikirche

Jülich : Glanzvolle „Elias“-Aufführung in der Jülicher Propsteikirche

Der Propsteichor unter Leitung von Christof Rück verfolgt seit Herbst letzten Jahres ein ehrgeiziges Projekt. In Kooperation mit der Chorgemeinschaft Refrath erarbeiteten die Chöre das gewaltige Werk von Felix Mendelssohn Bartholdy, den „Elias“. Getrennt wurde das Werk einstudiert, an zwei gemeinsamen Probentagen wurden die Chöre zusammengeführt und der letzte Schliff erarbeitet.

Der „Elias“ wird oft als Meisterwerk des Komponisten bezeichnet und ist es sicherlich auch in vielfacher Hinsicht. Technische Meisterschaft zeigt er allein schon in der Entwicklung des ersten Teils. Der von Elias prophezeiten Dürre, seinem Aufenthalt in der Einöde, seinem Zusammentreffen mit der Witwe und die Wiedererweckung ihres Sohnes folgen seine Rückkehr, um sich Ahab zu stellen, und das Strafgericht, bei dem die Anhänger Baals durch Feuer und Wasser widerlegt werden.

Immer wiederkehrend sind wie schon in der Einführung des Orchesters die zwei Motive, schwere Klänge der Blechbläser für die Person des Elias und eine Sequenz drohend melodischer Schritte, ein dissonantes Symbol für den Fluch Gottes. Im zweiten Teil folgen die Bedrohung durch die Königin, die Flucht in die Wüste, die tröstenden Worte der Engel und als Höhepunkt die Gottesbegegnung. Wort und Musik bilden in dem gesamten Werk eine harmonische Einheit.

Dem Chor kommt besonders große Bedeutung zu, da er neben den Chorsätzen auch noch die Erzählelemente übernehmen muss.

Die beiden Chöre zeigten an diesem Nachmittag in der Jülicher Propsteikirche eine überragende Leistung. Die Stimmbesetzung der 100 Sängerinnen und Sängern war ausgewogen und harmonisch. Angenehm war die überaus deutliche Aussprache, die es ermöglichte, den inhaltsschweren Text leicht mit zu verfolgen. Das hohe Stimmpotenzial des Chores bestätigte sich auch in den Solopartien, die von Orchestermitgliedern souverän bestritten wurden.

Glockenrein

Die Sopranistin Dorin Rahardja bestach durch einen glockenreinen Sopran, der auch in den Höhen weich und anschmiegsam blieb. Schade, dass sie manchmal in zu starkes Tremolo verfiel. Sibylle Hummel (Alt) und Jens Lauterbach (Tenor) füllten ihre Gesangsrollen voll aus, blieben aber in der Aussagekraft zurückhaltend. Herausragend war die gesangliche Leistung des Baritons Michael Dahmen, der die Rolle des Elias verkörperte. Seine Stimme füllte den Kirchenraum mit großem Volumen. Sein Vortrag besaß intensive Ausdruckskraft und Leichtigkeit, war von strahlender Klarheit und Lebendigkeit.

Das Orchester musizierte perfekt angepasst. Christof Rück, der die Gesamtleitung des Projektes hatte, führte ein sehr engagiertes, genaues Dirigat und leitete die Ensembles sicher durch den Abend.

Die Zuhörer in der voll besetzten Kirche dankten für die denkwürdige und großartige Aufführung mit großem und anhaltenden Applaus.

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