Giftköder: Hund aus Linnich-Welz stirbt qualvollen Tod

Im Wald vergiftet : Hündin stirbt qualvollen Tod

Hundehalter im Linnicher Stadtteil Welz sind alarmiert: Am frühen Freitagmorgen hatte eine zehn Monate alte Australian-Shepherd-Hündin beim Spaziergang in einem Waldstück offenbar einen Giftköder verschluckt. Eine halbe Stunde später war das Tier tot.

Das berichtet Halter Lars Spranger, der Anzeige bei der Polizei erstattet hat. Die Hündin, die auf den Namen Luna hörte, sei eines qualvollen Todes gestorben. „Ich hatte gesehen, dass sie was ins Maul genommen hatte und war zu ihr gelaufen. Als ich bei ihr war, hatte sie schon alles verschluckt“, sagt Spranger. Zehn Minuten später habe die Hündin gekrampft, flüssigen Kot-Auswurf gehabt und konnte sich kaum noch bewegen. Spranger hat das Tier nach Hause getragen. „Sie hat dabei Geräusche gemacht, die wie eine schreiende Katze klangen“, erinnert sich Spranger. Auf dem Weg zum Tierarzt im Auto ist Luna dann gestorben.

Jagen mit Giftködern ist verboten

Spranger hat die Giftköder eingesammelt und warnt jetzt alle, die um Welz herum in den Wäldern unterwegs sind. Der zuständige Jagdpächter habe ihm gesagt, dass sich in unmittelbarer Nähe zum Ort, an dem Luna den Köder geschluckt hat, ein Fuchsbau befinde. Dass ein Jäger am Werk ist, gilt aber als unwahrscheinlich, zumindest wenn er sich an Gesetze hält. Das Jagen und Arbeiten mit Giftködern im Wald ist verboten.

„Für uns war das eine sehr traumatische Erfahrung“, sagt Spranger. „Außerdem fehlt uns jedes Verständnis für ein solches Handeln. Die Köder lagen frei zugänglich im Wald. Da könnten auch Kinder spielen.“ Zudem habe in dem Waldstück keine Anleinpflicht für Hunde bestanden.

Die Pressestelle der Kreispolizei teilte auf Nachfrage mit, dass das Ausbringen von Giftködern im Wald eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz ist. Nach Informationen unserer Zeitung kann es sich bei dem toxischen Wirkstoff nicht um Rattengift gehandelt haben. Rattengift war 2017 zum Problem im Jülicher Nordviertel geworden, einige Hunde fanden dadurch den Tod. Rattengift wirkt nicht unmittelbar, sondern erst nach mehreren Tagen. Damit soll verhindert werden, dass die Rattenkolonie Rückschlüsse ziehen kann auf die Quelle der Köder. Ratten sind dazu imstande. Die Köder in Lunas Fall waren mit rötlichen Partikeln durchsetzt und hatten laut Spranger die Konsistenz eines getrockneten Breis.

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