Gesellschaft Frohsinn Stetternich bittet zum Lieder- und Theaterabend

„Das Streichquartett und viel mehr“ : Schöne Töne und eine verdorbene Mango

„Das Streichquartett und viel mehr“. Diese Überschrift verdiente die Premiere des Lieder- und Theaterabends der Gesellschaft Frohsinn Stetternich im Kuba.

Die amüsante Aufführung des Stücks „Das Streichquartett“ des ungarischen Slapstickkünstlers Szöke Szakall, fürs Fernsehen überarbeitet von Dieter Hildebrandt, stand überraschenderweise erst nach der Pause im Programm. Die 60-minütige Komödie war weder für eine Pause geeignet, noch dazu, die Lieder der beiden Ensembles in die Handlung zu integrieren. Deshalb verkündete Regisseur Sascha Maßmann zunächst den Liederabend, dem drei Sketche der Gesellschaft folgen sollten, dann nach der Pause die Theateraufführung.

Schon in der ersten Programmhälfte blieb kein Auge trocken. Das Liedgut erwies sich als fröhlich und peppig, die Sketche waren die Krönung. Das inzwischen fünfköpfige Ensemble „Tonalita“, dirigiert von Kantor Christof Rück am Klavier, stimmte Lieder wie „Mr. Sandmann“, aber auch „Kerls“ oder „In jeder Frau steckt ein Stück Hefe“ an – klar und rein und gestenreich untermalt. Der immer noch namenlose siebenköpfge Männerchor unter Leitung von Inge Duwe am Klavier sang „Männer“ von Herbert Grönemeyer sowie „Girls, Girls, Girls“ und produzierte seine A-cappella-Hintergrundakustik gleich selbst. Gemeinsam interpretierten die Sänger abschließend „O wunderbare Harmonie, was er will, will auch sie“ von Joseph Haydn, unter dem gemeinsamen Dirigat der Chorleiter.

Der erste Sketch, als Talkshow präsentiert, hatte das Brauchtum des Lazarus Strohmanus zum Inhalt. Lachkrämpfe verursachte „Gebärdendolmetscherin“ Anna Rohowsky, die wortwörtlich und mit viel Akrobatik das Gesagte übersetzte. Der zweite Sketch war eine Glanznummer des Ehepaars Martyna und Mathias Pelzer, die ausdrucksstark Pferd und Reiterin beim Aachener Reitturnier „Chio“ in Szene setzten, inklusive Piaffe, Pirouetten und Passagen. „Sowas habe ich noch nie gesehen“, raunte eine bewundernde Stimme im Publikum.

Der letzte Sketch aus der Feder des Theaterensembles selbst begann mit einem Märchenmix und entwickelte sich zu einer Groteske um eine verdorbene Mango im Aldi – untermalt vom glasklaren Coloratursopran von Anna Rohowsky. Das Publikum war also schon in allerbester Stimmung, als nach der Pause die Komödie gespielt wurde, auf besonderen Wunsch einiger Zuschauer als Wiederholung nach 25 Jahren.

Hauptprotagonisten waren die „Urquartettler“, die vermeintlichen Geiger Meyer1 (Rolf Speen) und Meyer2 (Harald Goder), verstärkt durch ihre ebenfalls als Musiker unfähigen Quartettskollegen, den Cellisten Dr. Blaß (Mathias Pelzer) und Dorn, Liebhaber der Direktorengattin Bella (Angelika Ponten) und ihres Hausmädchens Tini (Anna Rohowsky). Das firmeneigene Streichquartett hatte Sekretär „Grümmer“ (Meinhard Bock) als Firmenrettungsaktion für Direktor Schwarz (Dieter Niessen) am Silvesterabend improvisiert.

Der amüsante Abend mit Pleiten, Pech und Pannen war getragen von Wortspielen, Situationskomik und Lachkrämpfen und stehenden Ovationen für die fabelhafte Leistung des Stetternicher Theaterensembles.

Die letzte Aufführung des „Streichquartetts“ ist am Sonntag, 13. Oktober, um 18 Uhr, im Kuba Jülich. Eventuell verbleibende Restkarten gibt es an der Abendkasse.

(ptj)