Linnich: Gesamtschule: „Die Qualitäten von vier Schulen fließen ein“

Linnich: Gesamtschule: „Die Qualitäten von vier Schulen fließen ein“

Es war voll im der Foyer der Gemeinschaftshauptschule Linnich. Von den vorsorglich aufgestellten mehr als 200 Stühlen blieben nicht allzu viele unbesetzt. Die Informationsveranstaltung zur Gesamtschule Aldenhoven-Linnich stieß auf breites Interesse. Und wie am Vortag in Aldenhoven waren nicht nur Eltern gekommen, um zu hören, wie die Gesamtschule an zwei Standorten funktionieren soll.

Hier wie dort blieben der Linnicher Realschulrektor Olaf Stecker als Referent, Johannes Stollenwerk, Rektor der Anne-Frank-Gesamtschule Mariaweiler und von der Bezirksregierung eingesetzter Gründungskoordinator, und die beiden Bürgermeister Wolfgang Witkopp und Lothar Tertel keine Antwort schuldig.

Olaf Stecker löste in seinem kompakten Vortrag über Organisation, Struktur, pädagogische Konzeption, Unterrichtsgestaltung bis hin zur Raumverteilung viele Fragen auf, die schon vorab unter anderem im Internet auf den Seiten der Stadt Linnich und der Gemeinde Aldenhoven gestellt worden waren.

Stecker wie auch Linnichs Bürgermeister Witkopp betonten mehrmals, dass die neue Gesamtschule auf bestem Boden gründet. „Uns war wichtig, dass die Qualitäten von vier Schulen in diese Gesamtschule einfließen.“ Gemeint sind damit die Haupt- sowie Realschulen in beiden Orten, die sich über Jahre hinweg einen anerkanntermaßen guten Ruf erworben haben.

Wie in Aldenhoven stellte Stecker nachvollziehbar Tages- und Wochenverlauf an der Schule im Ganztagsbetrieb mit einer starken Ausrichtung des Unterrichts auf Eigenverantwortung, Selbstständigkeit sowie Gruppen-orientiertes Lernen vor. Beifällig registrierten viele der Anwesenden die Zusicherung verlässlicher Zeiten.

Die Kinder seien von 8 bis 15.15 Uhr im „Lebensraum“ Schule untergebracht. Die Kinder in Linnich, untergebracht im Erweiterungstrakt der Hauptschule, erhalten ihre Mahlzeiten per „Lieferservice“ und nehmen sie in der einstündigen Mittagspause gemeinsam im Klassenverband ein.

An diesen Zeiten wird sich auch der Schülertransport orientieren. Er erfolgt über reguläre Busverbindungen, etwa auch nach Koslar oder Brachelen, wo erkennbar Elternwunsch besteht, Kinder an der neuen Gesamtschule anzumelden.

Angesprochen auf „Rückkehrer“ vom Gymnasium machte Rektor Stollenwerk deutlich, dass diese Kinder im dreigliedrige Schulsystem mit Real- oder Hauptschule blieben. Sie könnten nur dann in der Gesamtschule aufgenommen werden, wenn dort ein Platz frei ist.

Mehrfache Nachfragen gab es zu Dauer des Anmeldeverfahrens, das zeitlich länger läuft als das der übrigen Schulformen. Um recht schnell Gewissheit zu haben, dass die Schule zustande kommt — notwendig sind 25 Anmeldungen von Kindern aus Aldenhoven und Linnich —, sollte man sich schnell entscheiden, rieten die Bürgermeister.

Besorgten Lehrern schließlich empfahlen Witkopp und Stollenwerk ebenfalls, einen gewünschten Wechsel frühzeitig zu bekunden. „Übernahme geht vor Neueinstellung“, so Stellenwerk sei auch die Maxime der Bezirksregierung.