Müntz: Gemeinde will mit Führungen Geld für die Müntzer Kirche sammeln

Müntz: Gemeinde will mit Führungen Geld für die Müntzer Kirche sammeln

„Der Dom des Jülicher Landes”, zu recht verdient die Müntzer Pfarrkirche St. Peter diese Bezeichnung, die ihr bei der Einweihung im Jahre 1896 buchstäblich in die Wiege gelegt wurde. Es ist nicht nur die charakteristische Kirchturmspitze, die in der Region als Landmarke anzusehen ist und das neugotische Gotteshaus zu etwas Besonderem machen.

Es sind auch die vielen Kostbarkeiten, die die Kirche im Inneren beherbergt, ein Pfund mit dem der Müntzer Kirchenvorstand fortan wuchern möchte.

Man will das Licht nicht mehr unter einen Scheffel stellen sondern in die Öffentlichkeit tragen und Kunstfreunde anlocken. Das Interesse an den Schätzen und der Ausstattung des Gotteshauses ist da. Dies wurde beim letztjährigen Turmfest deutlich, das in Müntz nach dem Wiederaufbau des Turms nach einem schweren Sturmschaden gefeiert wurde. Damals führte Willibert Schaaf rund 100 interessierte Bürger auf den Turm und musste zahllose Fragen zur Kirche beantworten.

So wurde in Müntz beschlossen, fortan auf Anfragen Kirchenführungen anzubieten. Willibert Schaaf wird dann die Gäste auf den Turm führen, und über das Kircheninnere wird Willibert Goebbels erzählen. An ihn können sich interessierte Besucher auch unter der Telefonnummer ? 02463/993518 oder unter ? 01735300614 wenden. Die Führungen sind kostenlos, es wird lediglich um eine Spende gebeten, denn die Gemeinde hat wieder einmal ein großes Projekt vor der Brust.

Der alte Antwerpener Schnitzaltar, eine der Kostbarkeiten der Kirche, aus dem Jahre 1520 ist dringend restaurierungsbedürftig. Er schmückte bereits die alte Pfarrkirche, die in unmittelbarere Nachbarschaft gestanden hat. Von 1873 bis 1876 wurde dann nach Entwürfen des Architekten August Lange das neue Gotteshaus erbaut, wie man es heute kennt.

Neben dem Schnitzaltar zog auch die kostbare Schleifladenorgel aus dem Jahre 1843 mit um. Sie stammt aus der Orgelbauerwerkstatt Müller-Raifferscheid, wurde von der Linnicher Firma Dautzenberg beim Umzug überholt und vor einigen Jahren durch die Firma Heinz restauriert und vor allem aus dem Turm heraus weiter ins Kirchenschiff hinein gerückt.

Das war für die Gemeinde schon eine ungeheure Kraftanstrengung ebenso wie der Restaurierung des Kirchenschiffs und der Wiederherstellung der ursprünglichen Bemalung. 1954 war die Kirche, nachdem die Kriegsschäden beseitigt worden waren, im Inneren weiß getüncht worden.

In den 1990-er Jahren wurde dann auf Initiative von Pfarrer Wilhelm Bergs die Bemalung freigelegt und das Kirchenschiff restauriert. Ihm, so finden sowohl Schaaf als auch Goebbels ist es zu verdanken, dass die Kirche wieder zu dem Kleinod wurde, wie sie sich heute darstellt. Dazu gehörten auch das Auffinden und die Restaurierung der Heiligenfiguren.

Erwähnenswert in der Pfarrkirche sind sicherlich auch die Kirchenfenster. Sie stammen zum Großteil von der Künstlerin Maria Katzgrau. Zwei Fenster wurden außerdem von Monika Rütten entworfen. So gibt es also eine Menge zu sehen und zu erfahren über diese schöne alte Kirche, die mit so viel Liebe und Mühe instand gesetzt wurde. Die Kirchenführungen sollen nun auch mit dazu beitragen, die Restaurierung des Altars zu finanzieren. Daher hoffen die beiden Initiatoren auf regen Zuspruch. Kr.

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